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Kuhlmann, Elly von , geb. von Windler, verw. Quensell

Kuhlmann, Elly von, geb. Windler, verw. Quensell

Frauenpolitikerin, Leiterin der Evangelischen Frauenhilfe Hessen

geboren: 24.09.1892 in Berlin

gestorben: 03.02.1964 in Wiesbaden


Artikel

Kuhlmann, in zweiter Ehe verheiratet mit Wilhelm von Kuhlmann, dem deutschen Gesandten in Mittelamerika und Dublin (Irland), kam nach mehreren Auslandsaufenthalten mit ihrem Mann nach Wiesbaden. Nach dessen Tod 1937 engagierte sie sich ehrenamtlich in der Evangelischen Frauenhilfe.

Zunächst arbeitete sie in der Frauenhilfe an der Lutherkirche, dann im Stadtverband der Evangelischen Frauenhilfe Wiesbaden. 1938 übernahm sie die Leitung des Landesverbandes Nassau. In dieser Funktion war sie auch für das Müttererholungsheim in Eppstein verantwortlich, das dem Verband seit 1933 gehörte und das die NSDAP zu einem Kinderlandverschickungsheim machen wollte, was sie jedoch zu verhindern wusste. Während der gesamten NS-Zeit konnte sie die Unabhängigkeit der Verbandsarbeit aufrechterhalten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg führte sie ihre ehrenamtliche Arbeit in der Frauenhilfe fort. 1950 übernahm sie erneut die Leitung des Landesverbandes Nassau. Als 1953 die Landesverbände der Evangelischen Frauenhilfe von Nassau und Hessen zusammengelegt wurden zum Verband »Vereinigte Verbände der Evangelischen Frauenhilfe in Hessen und Nassau e.V.« mit Sitz in Darmstadt, trat sie von der Leitung zurück, blieb aber Vorstandsmitglied und arbeitete in verschiedenen Ausschüssen und später im Müttergenesungswerk.

1949 organisierte sie zusammen mit amerikanischen Frauen den ersten überregionalen »Weltgebetstag der Frauen« in Wiesbaden. Zu dieser Veranstaltung waren Frauen verschiedener christlicher Gemeinden und Frauenorganisationen eingeladen. Der Frauengebetstag fand 1949–63 jährlich in Wiesbaden statt.

Literatur

Hülpüsch, Petra: Elly von Kuhlmann, 1892–1964. Hauptamtlich Ehrenamtliche. In: 2000 Jahre Frauenleben [S. 38 ff.].

Stadtlexikon Darmstadt. Hrsg.: Historischer Verein für Hessen im Auftrag des Magistrats der Wissenschaftsstadt, Darmstadt 2006 [S. 531].