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Antisemitismus-Projekt: Schulvorführungen des NS-Propagandafilms "Jud Süß"

Von Dienstag, 9. Juni, bis Dienstag, 18. August, bietet das Medienzentrum Wiesbaden zusammen mit der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung, dem Institut für Kino und Filmkultur sowie der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung mit Unterstützung der Nassauischen Sparkasse ein besonderes Projekt an: Sechs spezielle Vorführungen des wohl erfolgreichsten NS-Propagandafilms „Jud Süß“.

Der Film "Jud Süß" von 1940, unter der Regie von Veit Harlan, ist ein berüchtigtes antisemitisches Propagandawerk der NS-Zeit. Unter der Aufsicht von Propagandaminister Joseph Goebbels produziert, verzerrt der Film die Biografie des jüdischen Bankiers Joseph Süß Oppenheimer und stellt ihn als gierigen, hinterlistigen und gefährlichen Charakter dar.

Der Film diente dazu, antisemitische Stereotype zu verbreiten und Hass gegen Juden zu schüren. Trotz seiner propagandistischen Natur wurde er als Unterhaltungskino inszeniert und erreichte ein großes Publikum von geschätzten 20 Millionen Zuschauern. Nach dem Krieg wurde der Film in Deutschland verboten und gehört heute zu den sogenannten Vorbehaltsfilmen. Seit 1966 befinden sich diese Filme im Bestand der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung und dürfen nur unter bestimmten, kontextualisierten Bedingungen gezeigt werden. Genau solch eine Möglichkeit bietet das Medienzentrum sowie die oben genannten Projektpartner nun Wiesbadener Schulen an. Alle Veranstaltungen finden ab 15.30 Uhr im Murnau-Filmtheater statt. Termine und weitere Details stehen unter www.wiesbaden.de/microsite/medienzentrum/kino-macht-schule/nsfilme zur Verfügung. 

Stets gibt es eine kompakte Einführung in die NS-Filmpolitik sowie die Propagandastrategie Goebbels‘. Danach wird der gut 90minütige Film geschaut, die Schülerinnen und Schüler erhalten freiwillige Beobachtungsaufträge. Abgerundet wird der Nachmittag durch ein Auswertungsgespräch einschließlich der Möglichkeit für die Schülerinnen und Schüler ihre Fragen sowie ihre Meinung zum Film zu äußern. Der Referent Michael Kleinschmidt gestaltet die Gespräche dabei stets schwungvoll, anschaulich und schülernah. 

„Den Film „Jud Süß“ anzuschauen und zu diskutieren, trägt dazu bei, die Muster zu erkennen, mit denen Propaganda arbeitet. Den eigenen Blick dafür zu schärfen ist ein Zugewinn an Demokratie-Kompetenz“ sagt Christiane von Wahlert, Vorstand der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung. 

Der Leiter des Medienzentrums Wiesbaden, Michael Elster, selbst Geschichtslehrer, freut sich, dass das Projekt angeboten werden kann. So wird nicht nur Geschichte lebendig, sondern auch die politische Mündigkeit der Jugendlichen gefördert und deren Widerstandskraft gegenüber Beeinflussungsmethoden aller Art gefördert.

Bilder

Jud Süß

Herausgeber dieser Pressemitteilung ist das Pressereferat der Landeshauptstadt Wiesbaden, Schlossplatz 6, 65183 Wiesbaden, pressereferatwiesbadende. Bürgerinnen und Bürger können sich bei Fragen an das zuständige Dezernat oder Amt wenden.

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