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Kultur erleben

Christian Naujoks: [a noise in the ear like the wind]

Bis zum 25. April ist die Ausstellung "Christian Naujoks: [a noise in the ear like the wind]" im Nassauischen Kunstverein zu sehen. Er ist aktueller Follow Fluxus-Stipendiat.

Tisch mit Zeichnungen
Christian Naujoks, Untitled (A Love Song) 2025, Score Ansicht

Christian Naujoks hinterfragt in seinen Werken grundlegend die Vorstellung eines "normalen" Gehörs, indem er Hörbeeinträchtigungen als kreativen Ausgangspunkt ins Zentrum stellt. Der Titel [a noise in the ear like the wind] greift das weit verbreitete Bild auf, Tinnitus und andere Hörgeräusche als Windrauschen zu beschreiben. Diese Metapher für einen körperlichen Zustand verweist zugleich auf die Verwobenheit von Mensch und Umwelt. Ausgehend von seinen eigenen Erfahrungen mit Hörbeeinträchtigungen setzt sich Naujoks interdisziplinär mit den politischen, körperlichen und relationalen Dimensionen des Hörens auseinander. Dabei rückt er Audio Captions – textbasierte Darstellungen von Klangereignissen – als eigenständige Kunstform in den Fokus und stellt damit unsere Vorstellungen von objektiver Sinneswahrnehmung in Frage. 

Im Nassauischen Kunstverein Wiesbaden knüpft Naujoks an die Arbeiten wichtiger Fluxus-Künstlerinnen wie Annea Lockwood und Mieko Shiomi an. Durch seine künstlerische Auseinandersetzung eröffnet er neue Perspektiven auf deren Arbeiten und lenkt den Blick auf die Verbindung von Klang, Körper und Raum.

Durch die Verbindung von Film, Soundinstallationen und partizipativen Scores macht Christian Naujoks Klänge auf vielfältige Weise sinnlich erfahrbar. Weiterhin bezieht er Störgeräusche und die akustische Umgebung der Stadt mit ein, um ein vielschichtiges Klangerlebnis zu schaffen. So eröffnen sich nicht nur neue Zugänge zur Kunst, sondern es entsteht auch ein Raum für gemeinsames Hören und für die Erfahrung unterschiedlicher Formen der Wahrnehmung.

Über den Künstler

Christian Naujoks (geboren 1980, lebt in Berlin) ist Komponist, Musiker und Künstler. Seine Arbeiten waren international in einer Vielzahl von Kontexten zu hören und zu sehen wie z.B. im Kunstverein Nürnberg – Albrecht Dürer Gesellschaft, der Galerie Max Mayer, Düsseldorf, den KW Institute for Contemporary Art, Berlin, im Museum of Contemporary Art Santa Barbara, Kalifornien, bei Sonic Somatic, Florenz sowie in der Elbphilharmonie, Hamburg und der Royal Academy of Arts, London. Seine künstlerische Forschung präsentiert er dieses Jahr am Rhythmic Music Conservatory, Kopenhagen. Er veröffentlichte mehrere Alben bei dem Berliner Label Dial Records und wurde 2019 mit dem Villa Romana-Preis ausgezeichnet. Werke von Christian Naujoks befinden sich u.a. in der Sammlung des Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Ge-genwart, Berlin und der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen K21.

Begleitprogramm

  • Lecture & Performance
    Dienstag, 20. Oktober, 19 Uhr
    Lecture von Christian Naujoks und Performance mit Mareike Buchmann, Wiesbaden
  • Führungen:
    Sonntag, 22. November, 15 Uhr
    Sonntag, 17. Januar, 15 Uhr
    Sonntag, 14. März, 15 Uhr 
  • Kurze Nacht 2027
    Samstag, 10. April, 19 bis 24 Uhr
  • Finissage
    Sonntag, 25. April, 15 Uhr 

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