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Tapetenwechsel - Intervention von Bastian Muhr

In der Intervention "Tapetenwechsel" platziert Bastian Muhr bis zum 28. Juni im Museum Wiesbaden ausgesuchte Werke aus der Sammlung des Museums Wiesbaden auf seinen eigens für die Ausstellung entworfenen Tapeten.

Blick in die Ausstellung
Intervention von Bastian Muhr im Museum Wiesbaden

Klassische Gemälde haben einen Vorder- und einen Hintergrund. Eine Tapete auf der Wand ist also der Hintergrund für das, was sich im Raum abspielt? Oder ist die Tapete bereits das Ereignis und der Hintergrund die Architektur, in der sie sich befindet? Der Berliner Künstler Bastian Muhr stellt diese Fragen in seiner Intervention „Tapetenwechsel“ (27. Februar – 28. Juni 2026) und platziert dabei ausgesuchte Werke aus der Sammlung des Museums Wiesbaden auf seinen eigens für die Ausstellung entworfenen Tapeten.

„Seit einigen Jahren beschäftigt mich die Gestaltung von Tapeten. Ich entwerfe Musterungen, die sich im Wandverlauf verändern: Motive werden durch einen Algorithmus zufällig auf der Fläche nebeneinander verteilt; oder die Form der Ornamente ändert sich kontinuierlich. Für mich entsteht dabei eine Kombination aus gemustertem Hintergrund und komponiertem Wandbild. Die Arbeiten genau in diesem Zwischenbereich zu positionieren, empfinde ich als sehr reizvoll.“ Bastian Muhr, Künstler

Ähnlich wie in Muhrs Bleistiftzeichnungen, deren Struktur durch Auswürfeln (ganz analog per Hand) fortgeschrieben wird, kommt durch den Algorithmus eine Komponente ins Spiel, die System und Zufall in Dialog treten lässt. Im Eingriff in den Raum, in die Architektur, die dieser bietet, testet Bastian Muhr die Wahrnehmung der Betrachtenden. Wie schon bei der Bodenarbeit „Zickzack“ (2016 im Projektraum des Museums), entwerfen auch seine Tapeten eine lineare Struktur, die sich zwischen Wand und Raumkontinuum schiebt.

Über den Künstler

Bastian Muhr, geboren 1981, lebt und arbeitet in Berlin. Er arbeitet mit unterschiedlichen Medien. Sein Fokus liegt auf der Beschäftigung mit Zeichnung und Malerei. Regelmäßig realisiert er große ortsspezifische Arbeiten in der Architektur von Ausstellungsräumen oder im öffentlichen Raum. Von 2004 bis 2010 studierte er Malerei und Grafik an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. Seitdem wurden seine Arbeiten in Einzel- und Gruppenausstellungen in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Spanien, der Slowakei und den USA gezeigt.

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