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Heemskerk, Wilhelm von

Heemskerk, Wilhelm von

Jurist, Präsident der nassauischen Finanzverwaltung

geboren: 22.08.1804 in Dillenburg

gestorben: 18.12.1883 in Wiesbaden


Artikel

Heemskerk studierte Rechtswissenschaften in Gießen und Göttingen, legte 1829 das Staatsexamen ab und trat in den nassauischen Verwaltungsdienst. 1835 wurde er an das Polizei-Amt in Wiesbaden versetzt und 1837 zum Sekretär befördert. Zwei Jahre später erfolgte seine Ernennung zum Sekretär in der General-Domänen-Direktion.

Hier setzte er seine Karriere als Assessor, Geheimre Domänenrat und Direktor (1863) fort, bis er 1866 zum Präsidenten des Finanzkollegiums ernannt wurde. Damit unterstand ihm die gesamte Finanzverwaltung des Herzogtums Nassau einschließlich des Domanialvermögens. Zugleich gehörte er dem Staatsrat an. Als oberster Repräsentant der Finanzverwaltung war er Mitglied unter anderem der Kommission zur Ausarbeitung einer neuen Ständeordnung und einer Kommission zur Neuregelung des Main-Zolls. Ferner vertrat er 1863–65 Nassau bei den Zoll-Konferenzen in München und Berlin.

Nach der preußischen Annexion wurde er seines Amtes enthoben. 1866/67 führte er zusammen mit Nikolaus Wilhelm Prinz zu Nassau die Verhandlungen über die finanziellen Abfindung des herzoglichen Hauses. Am 23.10.1867 ernannte ihn Herzog Adolph zu Nassau zum Präsidenten und Chef der Nassauischen Finanzkammer, einer neu eingerichteten Behörde, die mit der Verwaltung des Vermögens des herzoglichen Hauses beauftragt war. 1874 trat er in den Ruhestand.

Er wurde mit hohen Orden ausgezeichnet. Heemskerk übte als ehrenamtlicher Präsident Funktionen in verschiedenen landwirtschaftlichen Vereinen aus und war Mitglied des Kuratoriums der Landwirtschaftsschule Hof Geisberg sowie des geschäftsführenden Ausschusses für das Nationaldenkmal auf dem Niederwald. Viele Jahre war er Präsident des Verschönerungsvereins Wiesbaden und stand dem Komitee vor, das sich für die Erbauung der Englischen Kirche (Church of St. Augustine of Canterbury) an der Frankfurter Straße einsetzte.

Seine letzte Ruhestätte fand er auf dem Nordfriedhof.

Literatur

Rheinischer Kurier 25.01.1884.