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Literaturhaus Villa Clementine

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2001 widmete Wiesbaden die Villa Clementine in ein Literaturhaus um. Verantwortlich für das Programm und die Leitung ist ein zum Kulturamt gehöriges Literaturreferat. Eingeleitet wurde die Gründung des Literaturhauses mit dem Einzug des Hessischen Verleger- und Buchhändlerverbandes im Jahr 2000 in das zweite Geschoss der Villa Clementine.

Die inhaltliche Konzeption sieht vor, mit literarischen Veranstaltungen und thematischen Reihen zur Debatte und weiterführenden Lektüre anzuregen sowie das Gefühl für Sprache und Klang, Rhythmus und Melodie zu stärken und den Sinn für literarische Motive, Sprachbilder und Techniken zu schärfen. Schriftsteller lesen aus ihren aktuellen Werken und stellen sich der Diskussion mit anderen Autoren, Literaturkritikern, Wissenschaftlern, Lektoren, Übersetzern, Verlegern und dem Publikum. Das Literaturhaus Villa Clementine ist damit auch ein Ort der Begegnung. 2009 wurde ein Café eingerichtet. Mit Stipendien, Gastaufenthalten internationalen Autorinnen und Autoren in Kooperation mit dem Hessischen Literaturrat e.V. und Schreibworkshops hat sich das Haus einer nachhaltigen Literaturförderung verschrieben. Anknüpfend an die Geschichte der Stadt, in der bereits Schriftsteller wie Fjodor Dostojewski weilten, gilt dabei ein Augenmerk der osteuropäischen Literatur. Der Schwerpunkt indes liegt auf der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe »Wiesbaden liest« präsentierten 2000–09 namhafte Persönlichkeiten selbst ausgewählte Texte der Öffentlichkeit.

Seit 2006 widmet sich das Literaturhaus Villa Clementine der Vermittlung von Kinder- und Jugendliteratur. Die Reihe »Junges Literaturhaus« in Kooperation mit dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels – Landesverband Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland e.V. sowie mit Wiesbadener Schulen wendet sich an Kinder und Jugendliche. Die »Wiesbadener Literaturtage« werden seit 2001 vom Literaturhaus Villa Clementine durchgeführt. Preisgekrönte Autorinnen und Autoren wie Erich Fried, Urs Widmer, Margriet de Moor, Péter Esterházy, Christoph Hein, Monika Maron, Thea Dorn, Eva Demski oder Christian Brückner haben bereits als Gastgeber jeweils eine Woche lang ein Programm nach ihren Wünschen zusammengestellt und ungewöhnliche Begegnungen ermöglicht.

Nicht zuletzt bietet das Literaturhaus Villa Clementine den Literaturvereinen, literarische Initiativen und Buchhandlungen einen Ort für ihre eigene Programmarbeit. Unterstützt wird es durch den 2002 gegründeten Förderverein Literaturhaus Villa Clementine e.V. Seit Juli 2015 ist das Literaturhaus Villa Clementine Mitglied im Netzwerk der Literaturhäuser.

Literatur

Lewalter, Susanne; Sojitrawalla, Shirin: Das Literaturhaus Villa Clementine in Wiesbaden. Kulturamt Wiesbaden (Hrsg.). In: Kleine Kunstführer, Regensburg 2009.

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