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Stadtbiotopkartierung Wiesbaden

Wiesbaden darf sich zu Recht als grüne Stadt bezeichnen. Eine Vielzahl von Parkanlagen und Grünflächen durchziehen die bebauten Bereiche und gliedern sie in besonderer Weise. Die großen historischen Parkanlagen bilden das Grundgerüst dieser grünen Stadt. Sie sind überwiegend die Verlängerung der aus dem Taunus kommenden Bachtäler.

Stadtgrün ist Kulturgut und prägt das Image einer Stadt. Stadtgrün ist Ort der Begegnung und Stätte der Ruhe. Stadtgrün bietet Naturerlebnis und ist Spiegel der Zeit. Nicht nur historische Parkanlagen wie der Kurpark prägen Wiesbaden, sondern auch gründerzeitliche Straßenzüge mit ihren Vorgärten und Alleen. Um die Beziehungen zwischen Bebauung und Freiflächen genauer aufzuzeigen, hat der Fachbereich Landschaftsplanung im städtischen Umweltamt die Stadtbiotope kartiert. Die Stadtbiotopkartierung ist eine Grundlagenerhebung für die Fortschreibung des Landschaftsplanes auf Ebene des Flächennutzungsplanes.

Die Stadtbiotopkartierung beschreibt die verschiedenen Nutzungen im urbanen Raum. Dies sind sowohl Siedlungsstrukturen (zum Beispiel Ortskerne, Villenbebauung, Industrie- und Gewerbeflächen, Straßen) als auch Freiflächen im besiedelten Bereich. Hierzu zählen zum Beispiel landwirtschaftliche Flächen, Gehölzstrukturen, Parkanlagen und Gewässer. Bei der Kartierung wurden Biotopgruppen mit ähnlichen Eigenschaften gebildet, die sich im Weiteren in Biotoptypen und -subtypen untergliedern. Die Unterteilungen beziehen sich im Wesentlichen auf die Grünausstattung und -strukturierung sowie den Versiegelungsgrad.

Ziel der Kartierung und Bewertung ist das Erfassen der Beziehungen zwischen den potentiell wertvollen Flächen für den Biotop- und Artenschutz und der Möglichkeit einer Vernetzung dieser Bereiche. Die Stadtbiotopkartierung liefert die Grundlage dafür, Bereiche innerhalb des bebauten Bereiches zu finden, die Potentiale für eine Vernetzung beinhalten. Die wertvollen Flächen für den Biotop- und Artenschutz sowie die Korridore sollen daher gesichert und in ihrer Struktur weiter verbessert werden. Auf der Grundlage der erfassten Biotoptypen soll die Grünvernetzung speziell bei Neuplanungen und Umgestaltungen im bebauten Bereich optimiert werden. Die Vernetzung ist wichtig, um Wanderungs- und Ausbreitungskorridore für heimische Tier- und Pflanzenarten zu verbessern. Die Stadtbiotopkartierung ist somit eine wichtige Grundlage für eine ökologisch orientierte Stadtentwicklung.

Um die Herausforderungen für die Zukunft Wiesbadens als attraktiven Wohnstandort meistern zu können, bedarf es der Entwicklung von zusätzlichen Grünflächen mit einer hohen Artenvielfalt. Die Schaffung von Naturerlebnisräumen, Rückzugsgebieten für die Naherholung und nicht zuletzt von Begegnungsstätten für ein kulturelles Miteinander bilden wichtige Ziele zur Identifikation mit unserer Stadt.

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