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Communiqué de presse de la capitale du Land de Wiesbaden

Gedenkstunde zum Kriegsende am 8. Mai

Am Freitag, 8. Mai, findet ab 17 Uhr im WerkRaum, ehemaliges Sport-Scheck-Gebäude, Langgasse 5-9, eine Gedenkstunde zum Ende des Zweiten Weltkriegs statt.

Der 8. Mai als offizielles Ende des Zweiten Weltkriegs ist für Zeitgenossinnen und Zeitgenossen mit äußerst unterschiedlichen persönlichen Erfahrungen verbunden. Deutschland war nun ein besiegtes und besetztes Land. Gleichzeitig bedeutete dieses Datum das Ende des nationalsozialistischen Regimes in Deutschland. Für die Überlebenden der Konzentrationslager war der 8. Mai ein Tag der Befreiung, während er für die Mehrheit der Deutschen die Besatzung des Deutschen Reiches bedeutete. Flüchtlinge und Vertriebene verbanden mit dem Kriegsende die Vertreibung aus ihrer Heimat. Kriegsgefangene und Zwangsarbeitskräfte konnten dagegen nach Hause zurückkehren. 

In jedem Fall markiert das Ende des Zweiten Weltkriegs einen fundamentalen Einschnitt in der deutschen Geschichte. Kriegsverluste sowie die Auseinandersetzung mit Täterschaft und Opfertum lösten in der direkten Nachkriegszeit gesellschaftliche Diskurse aus, die das kollektive Gedächtnis der Deutschen prägten. Lange wurde das Kriegsende in Westdeutschland mit der Niederlage und dem Untergang des alten Reiches assoziiert. Ab den 1970er Jahren setzte sich die Bedeutung des 8. Mai als Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus durch. „Die Schrecken und Grausamkeiten des Kriegsendes werden in den Familien ganz individuell erinnert. Insbesondere der Verlust von Angehörigen, ebenso wie die Erfahrung, die eigene Wohnung zu verlieren, prägen die innerfamiliären Erinnerungen“, sagt Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende. „Die unmittelbare Nachkriegszeit wird zudem mit Nahrungsmittelknappheit, Mangel und Unsicherheit verbunden“, so Mende. „Es waren die Kommunen, die die schwere Aufgabe übernehmen mussten, diesen Mangel zu beheben. Gleichzeitig war es auch an ihnen, zerstörte Verwaltungsstrukturen wieder aufzubauen“, hebt der Oberbürgermeister hervor. 

Der 8. Mai wird in der Erinnerungskultur nicht nur mit dem Ende des nationalsozialistischen Regimes verbunden, sondern gilt zudem als Beginn des demokratischen Wiederaufbaus. Den 81. Jahrestag des Kriegsendes nimmt die Landeshauptstadt Wiesbaden zum Anlass, im Rahmen einer Gedenkstunde der These vom demokratischen Wiederaufbau nachzugehen. Am Freitag, 8. Mai, nimmt Dr. Philipp Kratz im WerkRaum, ehemaliges Sport-Scheck-Gebäude, Langgasse 5-9, ab 17 Uhr, die politische Herrschaft und die Entnazifizierung in Wiesbaden 1945 und 1955 in den Blick. Nach einem Grußwort von Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende wird der Historiker am Beispiel Wiesbadens die These erläutern, dass der Neubeginn zunächst alles andere als demokratisch war. Dies wird besonders deutlich, wenn die Herrschaftsverhältnisse und der Grad der Entnazifizierung im Jahr 1945 mit der Situation im Jahr 1955 verglichen werden. Dieser Vergleich basiert auf den lokalhistorischen Studien des Referenten sowie den Ergebnissen der neueren geschichtswissenschaftlichen Forschung zum Nationalsozialismus und seiner Nachgeschichte. 

Der Vortrag von Dr. Philipp Kratz basiert auf seinem Beitrag zum Band 18 der Reihe „Schriften des Stadtarchivs Wiesbaden“ mit dem Titel „Kriegsende und Neuanfang an Rhein und Main“, der kürzlich in Zusammenarbeit mit der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung und der KulturRegion Frankfurt-Rhein-Main erschienen ist.


Herausgeber dieser Pressemitteilung ist das Pressereferat der Landeshauptstadt Wiesbaden, Schlossplatz 6, 65183 Wiesbaden, pressereferatwiesbadende. Bürgerinnen und Bürger können sich bei Fragen an das zuständige Dezernat oder Amt wenden.

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