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Jugendstil und Symbolismus: Georg Lührig. Ein Meister aus Dresden

Bis zum 17. Januar 2027 ist die Ausstellung "Georg Lührig: Ein Meister aus Dresden" im Museum Wiesbaden zu sehen. Sie würdigt das umfangreiche Lebenswerk des Künstlers und holt ihn zurück ins Gedächtnis.

Georg Lührig, Pelikan, 1900/01, Albertinum
Georg Lührig, Pelikan, 1900/01, Albertinum

Viel zu lange war Georg Lührig (Göttingen 1868 bis 1957 Lichtenstein) ein vergessener Künstler Dresdens. Fast fünf Jahrzehnte lebte er an der Elbe. Zusammen mit den Künstlern Hans Unger, Sascha Schneider, Oskar Zwintscher und Richard Müller brachte er Jugendstil und Symbolismus in eine eigenständige, geheimnisvolle Bildsprache, die im Museum Wiesbaden wiederentdeckt werden kann. In Wiesbaden war Lührig zuletzt zwischen den Jahren 1909 und 1916 in zahlreichen Ausstellungen vertreten.

In der Frankfurter Zeitung vom 4. Januar 1914 wurde er als "geborener Meister der Monumentalmalerei" gefeiert. Berühmt waren seine monumentalen Fresken und Wandbilder für öffentliche Gebäude in Dresden, die im Krieg zerstört wurden.

Der Künstler experimentierte zudem in Landschaften, Tierdarstellungen und Porträts mit Kohle, Bleistift, Aquarell und Lithografie. Ein weiterer Schwerpunkt seines Schaffens sind seine Arbeiten aus Rumänien, das er von 1897 bis Ende der 1920er Jahre immer wieder besuchte. Lührigs Zeit als Kriegsmaler 1915/17 galt als besonders intensive Phase in seinem Schaffen. „Bilder von der Front in der Champagne“ nannte er die Ausstellung von 187 Handzeichnungen, gezeigt 1916 im Leipziger Kunstverein. Im selben Jahr erfolgte auch die Berufung Lührigs an die Akademie für Bildende Künste Dresden als Professor für Malerei, Zeichnung, Grafik und Naturstudien. Trotz seiner Ausbildung an der Kunstakademie München (1885–1889) verstand er sich zeitlebens als Autodidakt – eine Haltung, die auch seine Lehrtätigkeit an der Dresdner Kunstakademie (1916–1934) prägte. Als erster Rektor der Akademie nach dem Krieg hatte er maßgeblichen Anteil an deren Reform, an Neugestaltung von Unterricht und Einführung der Selbstverwaltung. Expressionismus und Neue Sachlichkeit, die in den zwanziger Jahren die Kunstszene dominierten, stand Lührig eher kritisch gegenüber.

Durch die Übereignung eines umfangreichen Nachlasses aus der Familie des Künstlers an das Museum Wiesbaden konnte ein aufwendiges Restaurierungsprojekt von Lührigs großformatigen Vorzeichnungen und Ölstudien angestoßen werden.

Interaktive Stationen

Die Ausstellung lädt dazu ein, Georg Lührigs Werk auch digital zu erkunden. Interaktive Stationen machen zerstörte Wandfresken sichtbar, verbinden Fragmente zu neuen Bildern und ermöglichen es, Kunst aktiv zu entdecken – zugleich gewähren sie Einblicke in Archiv-, Forschungs- und Museumsarbeit: Acht Themenbereiche — von frühen Studien bis zu monumentalen Fresken — eröffnen vielfältige Einblicke in Lührigs Schaffen. Auch Werke, die nicht ausgestellt werden können, werden hier zugänglich. Die zerstörten Fresken "Der Tag — Sieg des Lichts" und "Die Nacht" werden auf Grundlage historischer Vorlagen rekonstruiert und als großformatige Projektion wieder erfahrbar.

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