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Vertriebene aus Karlsbad

Am 28. September 2003 trugen sich Vertriebene aus Karlsbad in das Goldene Buch der Stadt Wiesbaden ein.

An der Mündung der Teplá in die Eger liegt der traditionsreiche tschechische Kurort Karlsbad.

Schon die böhmischen und späteren römisch-deutschen Kaiser kurten im Mittelalter in der Stadt mit den zahlreichen Quellen. Diese wurden erstmals in einer schriftlichen Abhandlung 1522 wissenschaftlich beschrieben.

Nach den Zerstörungen des Dreißigjährigen Krieges erholte sich die Stadt nur langsam. Erst durch die Besuche des russischen Zaren Peters des Großen 1711 und 1712 erfuhr die Kurstadt einen neuen Aufschwung.

Der Erste Weltkrieg und die ihm folgende politische Instabilität nach dem Zerfall der Donaumonarchie erschwerte den Kurbetrieb in Karlsbad.

Nach der Eingliederung in das Deutsche Reich 1938 und dem Beginn des Zweiten Weltkriegs kam der Kurbetrieb vollständig zum Erliegen. Nach der Verstaatlichung der Kuranlagen durch das kommunistische Regime von 1946 bis 1989 profitierte nur eine ausgewählte Elite von den Vorzügen der Karlsbader Quellen.

Im Jahr 1953 erklärte Wiesbaden seine Verbundenheit mit der, nach dem Zweiten Weltkrieg aufgrund der Beneš-Dekrete, vertriebenen deutschböhmischen Bevölkerung Karlsbads.

Zum 50-jährigen Jubiläum dieser Patenschaft erfolgte am 28. September 2003 ein Eintrag in das Goldene Buch der Stadt.

Mit dem Zusammenbruch des Ostblocks wurde der Kurbetrieb wieder auf ein internationales Publikum ausgerichtet. Heute hat Karlsbad wieder den Ruf einer der berühmtesten Kurorte der Welt.

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