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Wasserbehälter zu Winter-Quartieren

Eine ehemalige Wasseraufbereitungsanlage auf dem Weg zum hochwertigen Sekundärlebensraum für Fledermäuse.

In der Naturschutzleitlinie des Stadtwaldes Wiesbaden verankert liegt der Schwerpunkt des Naturschutzes auf dem Waldartenschutz und dem Schutz von Waldstrukturen. Im Hinblick auf die sich rapide verändernden Umwelteinflüsse und unter Berücksichtigung der Förderung der Biodiversität ist es sinnvoll, die früher weitverbreitete Charakterbaumart Eibe wieder stärker im Stadtwald zu etablieren.

Im Mittelalter nahezu ausgerottet, finden sich in Deutschlands Wäldern nur noch einzelne Eiben-Vorkommen mit wenigen Individuen. Gutes Saat- und Pflanzgut zu bekommen gestaltet sich schwierig, es handelt sich überwiegend um Zierformen mit schlechtem Wuchs. 

Die Eibe passt sich jedoch ideal in die ökologisch ausgerichteten Waldentwicklungskonzepte ein, da sie durch ihre geringere Höhe und hohe Schattenverträglichkeit zur vertikalen Bestandesgliederung beiträgt und das Bestandesinnenklima deutlich verbessert. Sie ist sehr stabil gegen Windwurf und Schneebruch. Die Eibe hat die bei weitem geringsten Lichtansprüche unter den mitteleuropäischen Baumarten und kann daher lange im Unterstand „dahinvegetieren“, braucht jedoch zum Dicken- und Höhenwachstum auch eine bestimmte Lichtmenge. 

25 Fledermausarten wurden bislang in Deutschland nachgewiesen und über 8 Fledermausarten sind im und am Stadtwald anzutreffen. Und obwohl alle Arten seit 1936 gesetzlich geschützt sind, gelten fast nahezu alle als im Bestand mehr oder minder stark gefährdet. Die Gründe für den Rückgang dieser bemerkenswerten Tierart sind mehrschichtig, in erster Reihe sind jedoch Lebensraumzerstörungen und -veränderungen zu nennen. 

Fledermäuse gehören zu den Säugetieren, die einen Winterschlaf halten. So überdauern sie die insektenarme Zeit des Jahres. Während des Winterschlafes laufen sämtliche Lebensfunktionen auf Sparflamme. Der Herzschlag fällt von ungefähr 600 Schlägen pro Minute auf nur 10 Schläge ab und auch die Atemfrequenz geht stark zurück.

Winterquartiere müssen frostfrei sein, eine gewisse Luftfeuchte haben und vor allem störungsfrei das Überwintern garantieren können. Viele Arten suchen deshalb gerne tiefe Höhlen und Spalten, alte Keller oder Stollen auf. Davon sind jedoch natürlicherweise nur wenige vorhanden, deshalb sind Fledermäuse indirekt bei der Quartiersuche stark vom Menschen abhängig.

Bauabschnitte und Arbeiten

Nach dem Rückbau aller technischen Anlagen seitens Hessenwasser und der Übergabe des Gebäudes an die Forstabteilung wurde zuerst wandseits eine Einflugmöglichkeit für die Fledermäuse in der ehemaligen Belüftungsöffnung hergestellt.

Um auch Amphibien und Reptilien dieses Quartier zu erschließen erfolgte ein weiterer Durchbruch am Gebäudefuß, welcher mittels einer innenliegenden steingeschütteten Rampe von innen den Zugang ermöglicht.

Ein Aufsetzen von Hohlblocksteinen ermöglicht die Überwinterung in diversen Nischenquartieren. Zusätzlich wurden weitere Hohlblocksteine an der Wand und Decke der ehemaligen Wasserkammer angebracht.

Wann nutzen Fledermäuse Stollen oder Anlagen im Wald?

  • Ende des Sommers als Balzquartier (im August)
  • im Frühjahr und Herbst als Rastplatz für durchziehende Fledermäuse
  • im Winter als Winterquartier (besonders sensibel! – Stichwort Winterschlaf)
  • im Sommer (Mai-Juli) als Hangplatz (wenig untersucht)

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Bauarbeiten am heutigen Winterquartier für Fledermäuse. wiesbaden.de / Foto: Grünflächenamt
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