Nixi AI GmbH
Kennen Sie das? Sie sitzen beim Arzt, erzählen von Ihren Beschwerden und Ihr Arzt tippt. Sie fragen sich: Hört er mir überhaupt zu? Nixi AI hört dem Gespräch zu und schreibt die Dokumentation automatisch damit der Arzt sich auf Sie konzentrieren kann. Klinisch bewiesen: 82% weniger Dokumentationszeit.
Unternehmen: Nixi AI GmbH
Gründer: Mahsa Yarahmadi, Mehran Barzegari, Vamsi Krishna Kommineni
Gründungsdatum: Januar 2026 (Vorbereitung seit August 2024)
Branche und Unternehmen: Gesundheit / Digitale Medizin
Was treibt Euch an? Was ist Euer Leitspruch?
Ärzte sollen Ärzte sein - nicht Schreibkräfte.
Worum geht es bei Eurer Gründung und was ist das Besondere daran?
Wenn Ärztinnen und Ärzte während des Gesprächs tippen, fragen sich Patientinnen und Patienten: Hört mir jemand zu? Nixi AI hört dem Arzt-Patienten-Gespräch zu und erstellt automatisch die vollständige medizinische Dokumentation - fachspezifisch und in deutscher Fachsprache.
Anders als internationale Produkte aus den USA oder Australien wurde Nixi von Anfang an für deutsches Recht, deutsche Abrechnungscodes und deutsche Praxissoftware gebaut. Unsere klinische Studie zeigt: 82% weniger Dokumentationszeit. Made in Wiesbaden.
Was sind Eure ersten Erfolge?
Unsere klinische Studie wurde bei EULAR veröffentlicht — Europas größtem Rheumatologiekongress: 82% weniger Dokumentationszeit an deutschen Universitätskliniken. Wir werden durch das EXIST-Gründungsstipendium des BMBF gefördert. Aber der Moment, der uns am meisten bewegt hat: Als ein Arzt uns sagte, dass er ohne Nixi nicht mehr arbeiten möchte — weil er endlich einfach nur mit seinen Patienten reden kann, und Nixi den Rest übernimmt.
Wie ist Euer beruflicher Werdegang?
Wir sind Pharmazeuten aus dem Iran. Mahsa hat in Krankenhäusern gearbeitet, dann bei Boehringer Ingelheim und BioNTech. Mehran hat jahrelang Nachtschichten in Apotheken übernommen, dann Gesundheitsökonomie studiert und bei Boehringer an digitalen Gesundheitsprodukten gearbeitet. Wir sind nach Deutschland gekommen, haben Karriere gemacht — und sie dann bewusst aufgegeben, um Nixi zu gründen.
Komplettiert wird unser Team durch unseren Mitgründer Vamsi Krishna Kommineni. Er ist KI-Forscher und Doktorand (PhD) der Informatik an der Universität Jena. Mit seiner jahrelangen Erfahrung im Bereich Machine Learning bringt er die tiefe technologische Expertise ins Team und entwickelt bei Nixi unsere eigenen, auf die deutsche Medizin spezialisierten KI-Modelle."
Was war für Euch der Auslöser, ein eigenes Unternehmen zu gründen?
Mehran hat während seiner Masterarbeit bei Boehringer Ingelheim erkannt, warum so viele digitale Gesundheitslösungen in der Praxis scheitern: Sie geben Ärztinnen und Ärzten noch MEHR Formulare und Bildschirme. Noch mehr Tippen. Jedes neue Tool macht das Problem schlimmer, nicht besser.
Sein Gedanke: Erst muss die Dokumentation verschwinden — dann kann alles andere funktionieren. Mahsa hatte dasselbe aus der anderen Perspektive erlebt: Schichten in Krankenhäusern, in denen sie sah, wie Patientinnen und Patienten dem Arzt etwas erzählen — und der Arzt tippt, statt zuzuhören.
Bei BioNTech bewies sie, dass strenge Regulierung und schnelle Datenlösungen zusammenpassen. Im August 2024 setzten wir uns zusammen und schrieben einen Businessplan. Im Dezember fing Mehran an zu programmieren — allein, ohne Team, ohne Büro. Im April 2025 hatten wir unseren ersten Piloten in einer echten Arztpraxis.
Wer hat Euch beraten, wer sind Eure Helfer und Mentoren?
Die Stadt Wiesbaden — besonders Frau Bhardwaj vom Referat für Wirtschaft und Beschäftigung — hat uns von Anfang an unterstützt und vernetzt. Das Pioneer Lab an der Hochschule Fresenius hat uns als Inkubator begleitet. Stefan Roetzel von Hessen AI ist ein wichtiger Mentor. Klinisch haben uns Dr. Moisidis-Tesch in Wiesbaden und Dr. Peer Aries in Hamburg ehrliches Feedback gegeben. Das war wertvoller als jede Beratung. Und nicht zuletzt: Mahsas Vater, selbst Unternehmer, der bei jedem nächtlichen Anruf sagt: "Nimm das Risiko. Ich stehe hinter dir."
Wie habt Ihr die ersten Tage als Gründer erlebt?
Freiheit und Angst gleichzeitig. Plötzlich saßen wir zu zweit am Küchentisch mit einem Laptop. Als die erste Ärztin "Ja" sagte, waren wir überglücklich. Wir hatten das Produkt tausendmal getestet — es funktionierte immer. Aber genau in der Arztpraxis? Ging nichts. Wir fuhren nach Hause, reparierten es, fuhren zurück — ging wieder nicht. Das „Arztpraxis-Syndrom“. Beim dritten Anlauf klappte es endlich. Und die Ärztin war begeistert.
Was war Eure größte Herausforderung und wie habt Ihr diese gemeistert?
Deutsche Ärztinnen und Ärzte davon zu überzeugen, dass eine KI ihrem Patientengespräch zuhören darf. Das erste "Nein" war hart. Und das zweite. Und das dritte. Wir haben verstanden: Vertrauen gewinnt man in der Medizin nicht mit Marketing, sondern mit Beweisen. Also haben wir unsere klinische Studie durchgeführt und bei EULAR veröffentlicht — 82 Prozent weniger Dokumentationszeit. Danach sagten die Ärztinnen und Ärzte nicht mehr "Nein" — sie fragten "Wann kann ich anfangen?"
Wie macht Ihr auf Euer Unternehmen aufmerksam? Was ist Eure beste Vermarktungsidee?
Unsere beste Werbung ist keine Werbung — es sind unsere Ergebnisse. Als wir die klinische Studie veröffentlichten, kamen Ärztinnen und Ärzte auf UNS zu. Ein Pilotarzt hat Nixi sogar auf einem Kongress vorgestellt — ohne dass wir ihn darum gebeten haben.
In der Medizin funktioniert Marketing anders: Wenn ein Arzt einem anderen Arzt sagt „Das funktioniert“, ist das mehr wert als jede Anzeige. Wir haben bis heute keinen einzigen Euro für Werbung ausgegeben.
Wie habt Ihr die Finanzierung Eurer Gründung umgesetzt?
EXIST-Gründungsstipendium vom BMBF, Hessen Ideen Stipendium und Hessen AI — plus viel persönliches Engagement. Aktuell läuft unsere erste Finanzierungsrunde.
Welchen Traum möchtet Ihr noch verwirklichen?
Dass Gesundheitsversorgung in Deutschland für alle zugänglicher, effizienter und menschlicher wird — weil Technologie die Verwaltung übernimmt, nicht die Medizin.
Bitte ergänzt folgenden Satz: Wenn wir mehr Zeit hätten, würden wir ...
... ein Wochenende ohne Laptop in der Wiesbadener Natur verbringen.
Was ist Euer besonderer Tipp: Was würdet Ihr, Gründerinnen und Gründern empfehlen?
Wenn jemand "Nein" sagt, heißt das nicht, dass Eure Idee schlecht ist. Es heißt nur, dass Euer Produkt nicht für jeden ist — und das ist völlig normal. Nehmt es nicht persönlich.
Weitere Informationen
Referat für Wirtschaft und Beschäftigung
Anschrift
65183 Wiesbaden
Postanschrift
65029 Wiesbaden
Anreise
Hinweise zum ÖPNV
ÖPNV: Haltestelle Dern'sches Gelände, Luisenplatz und Wilhelmstraße; Buslinien 1, 2, 4, 5, 8, 14 15, 16, 17, 18, 20, 21, 22, 23, 24, 27, 30, 36, 45, 46, 47, 48, 262.
Telefon
- 0611 313131
- 0611 313922
Öffnungszeiten
Das Referat ist montags bis freitags von 8 bis 16 Uhr unter der im Kontaktfeld genannten Nummer telefonisch erreichbar. Empfohlen wird eine vorherige Terminabsprache.
