Wahlprüfsteine zur Kommunalwahl 2026
Wahlprüfsteine Kultur zur Kommunalwahl 2026.
Der Kulturbeirat hat anlässlich der Kommunalwahl am 15. März elf Fragen an die in Wiesbaden zugelassenen Wahllisten gestellt.
Klicken oder Tippen Sie auf die untenstehenden Fragen, um die Antworten der jeweiligen Partein/Wahlvereinigungen zu erfahren.
Die Reihenfolge der Antwortgeber ist durch die Reihenfolge auf dem Stimmzettel zur Kommunalwahl festgelegt worden.
Präambel
Kunst und Kultur haben unter den heutigen Bedingungen unserer Gesellschaft eine besondere Bedeutung. Dies betrifft natürlich die traditionelle Kunst- und Kulturförderung, aber auch ihre immer wichtiger werdende Rolle für den Zusammenhalt in einer heterogener werdenden Gesellschaft. Wo eigentlich sollte der Dialog zwischen den unterschiedlichsten Gruppen stattfinden, wenn die traditionellen Begegnungsräume (wie z. B. Märkte) in der Öffentlichkeit wegfallen? Es bietet sich geradezu an, die vorhandenen Kulturinstitutionen und -gebäude zu nutzen, sie weiter für alle zu öffnen, weiterzuentwickeln und zu stärken. Dazu kommt, dass in
vielen anderen Bereichen große Hoffnungen auf die Attraktivität von Kunst und Kultur gesetzt wird, zum Beispiel für die Neuerfindung der Innenstädte, für einen attraktiven Wirtschaftsstandort sowie für die soziokulturelle Stadtentwicklung.
1. Welche kulturellen Themen sind Ihnen besonders wichtig? Welche Schwerpunkte setzen Sie in der Kulturpolitik?
CDU: Uns sind eine vielfältige, lebendige Kulturlandschaft und der Erhalt unserer kulturellen Infrastruktur besonders wichtig. Wir setzen Schwerpunkte bei Planungssicherheit, kultureller Bildung, der Stärkung sowohl der freien Szene als auch der städtischen Institutionen und der Verbindung von "Hochkultur", Soziokultur und ehrenamtlichem Engagement.
AfD: In der Branche Theater liegen uns besonders die klassischen Werke, für die das Staatstheater steht, am Herzen. Für die bildende Kunst sind das Landesmuseum sowie das neue Museum Ernst von sehr wichtiger Bedeutung für die Stadt.
SPD: Wiesbaden besitzt eine vielfältige Kulturlandschaft – von großen Institutionen wie dem Staatstheater, dem Museum Wiesbaden und dem Kulturzentrum Schlachthof bis hin zu freien Bühnen, Heimatmuseen und soziokulturellen Initiativen. Diese Vielfalt zu erhalten hat für uns Priorität, denn sie stärkt Zusammenhalt, demokratischen Austausch und Begegnung. Wir setzen auf ein ausgewogenes Miteinander staatlicher und gemeinnütziger Einrichtungen und legen besonderen Wert auf kulturelle Bildung und Teilhabe. Kultur soll sichtbar, zugänglich und für alle erreichbar sein. Kulturpolitik verstehen wir als Zukunfts- und Standortpolitik, die Identität und Attraktivität unserer Stadt fördert.
GRÜNE: Nur in einer vielfältigen Kulturlandschaft bleibt Wiesbaden lebendig, demokratisch und nachhaltig. Unser besonderes Augenmerk gilt der freien Kulturszene. Wir wollen ihre strukturelle Benachteiligung gegenüber staatlichen und städtischen Einrichtungen abbauen und ihr mehr Raum zur Entfaltung geben. Deshalb setzen wir uns dafür ein, dass das Land seiner Verantwortung, etwa beim Staatstheater und beim Stadtmuseum, stärker gerecht wird. So entsteht für die Stadt wieder mehr Spielraum, um die freie Szene gezielt zu stärken.
Insbesondere etwas gegen den Mangel an Proberäumen, Ateliers und Ausstellungsflächen zu tun, hat für uns politische Priorität. Deshalb denken wir Kultur und Stadtentwicklung konsequent zusammen – besonders in der Innenstadt. Auch im Kleinen wollen wir groß denken und Kulturinvestitionen bei jeder Quartiersentwicklung mit einbeziehen.
FDP: Die FDP kämpft für die gesamte Bandbreite der Kultur – von Hochkultur bis zur Soziokultur, von etablierten Häusern bis zur freien Szene. Kultur soll in der Innenstadt genauso stattfinden wie in den Vororten.
Wir setzen uns ein für: mehr Planungssicherheit durch verlässliche Förderung, weniger Bürokratie für Kulturschaffende, die Stärkung kultureller Räume und bessere Sichtbarkeit von Angeboten.
Wir verteidigen die Kunstfreiheit sowohl gegen Angriffe aus dem Magistrat und der Landesregierung (Netrebko-Auftritt) als auch gegen Angriffe von Extremisten.
DIE LINKE: Die Umsetzung, Einhaltung und Weiterentwicklung des Kulturentwicklungsplans sind mir ein besonderes Anliegen. Denn am Ende ist nicht entscheidend, was mir oder meiner Fraktion gefällt, sondern dass es in Wiesbaden ein möglichst breites Angebot gibt. Nur mit entsprechenden kulturellen Beiträgen ist es möglich, die demokratischen Errungenschaften zu verteidigen und weiterzuentwickeln. Dieser existenziell notwendige Beitrag von Kultur ist für uns besonders wichtig und muss besonders gefördert werden.
Volt: Für Volt Wiesbaden ist Kultur ein zentraler Bestandteil einer offenen, vielfältigen und lebendigen Stadtgesellschaft. Die Stärkung der freien Kulturszene, faire Förderstrukturen und der niedrigschwellige Zugang zu kulturellen Angeboten für alle Generationen und soziale Gruppen stehen für uns im Vordergrund.
Wir setzen uns – nach dem Vorbild der Niederlande – für eine verlässliche mehrjährige Kulturförderung ein. Sie schafft Planungssicherheit für Kulturschaffende, ermöglicht nachhaltige Projekte und stärkt langfristig die Wiesbadener Kulturlandschaft.
Die Förderprozesse wollen wir digitalisieren und bürokratische Hürden reduzieren, um Kultur stärker in Stadtentwicklung, Bildung und Digitalisierung zu integrieren.
PRO AUTO: keine Antwort erhalten
BLW: Ein Schwerpunkt der Bürgerliste war schon immer die Bewahrung unseres kulturellen historischen Erbes, hier insbesondere ein konsequenterer Denkmalschutz und eine angemessene Präsentation der Stadtgeschichte sowohl durch ein vernünftiges Stadtmuseum, als auch durch eine bessere Präsentation der Stadtgeschichte im Straßenraum. Ebenso setzen wir uns für eine bessere Förderung und Unterstützung von kleineren Kulturinitiativen, aber auch auch für eine verstärkte Förderung von Heimat- und Geschichtsvereinen ein.
DIE PARTEI: keine Antwort erhalten
Die Gerechtigkeitspartei: keine Antwort erhalten
BSW: Unser Land, die Landeshauptstadt Wiesbaden und die Kulturpolitik braucht dringend eine demokratische Erneuerung. Als Reaktion auf die Bedrohung durch das NATO-Kommando NSATU in Wiesbaden Erbenheim, Stationierung von US-Mittelstreckenraketen und zunehmende kommunale Millitärisierung möchte BSW-Wiesbaden Frieden, Gesundheit, Sport und Lebensfreude zum Schwerpunkten der künftigen Kulturpolitik machen.
FWG: Die Förderung der Kultur zeigt sich in erster Linie in baulichen Maßnahmen, die kulturellen Zwecken zu Gute kommen sollen. Von daher sind uns eine Weiterentwicklung des Walhalla-Projektes sowie die Umsetzung der bisherigen politischen Beschlüsse für einen Umzug des Stadtmuseums in die Sportarena um auch die nassauischen Altertümer wieder aus dem Depot zu holen und den Menschen zugänglich zu machen. Da Raum teuer und endlich ist, sollten wir über Nutzungen von Räumen durch mehrere Kulturschaffende nachdenken. Neue Themenschwerpunkte wie z.B. die „Filmstadt Wiesbaden“, sind in unseren Augen besonders wünschenswert. Grundsätzlich stehen wir für ein breites Angebot in der Kultur ohne Bevorzugungen einzelner Strömungen.
PdF: Wiesbaden hat eine reiche und vielfältige Kulturlandschaft zu bieten. Diese gilt es zu erhalten und auszubauen. Als Schwerpunkte gelten hierbei die Förderung der Kultur im Stadtraum (bspw. Impro-Theater auf dem Neroberg), kulturelle Bildung, kulturelle Teilhabe verschiedener Milieus bis hin zu Theater- und Musikfestivals. Grundsätzlich sollen alle kulturellen Angebote ihren Raum zur Entfaltung erhalten.
FREIE WÄHLER: Für die FREIE WÄHLER Wiesbaden ist Kultur ein zentraler Bestandteil kommunaler Daseinsvorsorge. Wir setzen Schwerpunkte auf die Stärkung der freien Szene, die Sicherung und Sanierung bestehender Kulturimmobilien, die Förderung kultureller Angebote in allen Ortsbezirken sowie die Verzahnung von Kultur mit Stadtentwicklung und Wirtschaft. Kultur darf sich nicht auf das Kurhausumfeld konzentrieren, sondern muss in Biebrich, Dotzheim, Kastel Kostheim, Erbenheim und im Westend ebenso sichtbar sein. Wir wollen bestehende Einrichtungen strukturell sichern und neue Initiativen gezielt ermöglichen.
2. Wie wollen Sie die Kulturszene gegen Angriffe auf ihr weltoffenes und vielfältiges Verständnis unseres Zusammenlebens als Kern der Kunstfreiheit und der Wiesbadener Identität schützen und stärken?
CDU: Uns sind eine vielfältige, lebendige Kulturlandschaft und der Erhalt unserer kulturellen Infrastruktur besonders wichtig. Wir setzen Schwerpunkte bei Planungssicherheit, kultureller Bildung, der Stärkung sowohl der freien Szene als auch der städtischen Institutionen und der Verbindung von "Hochkultur", Soziokultur und ehrenamtlichem Engagement.
AfD: Die Kunstfreiheit ist einer der wichtigsten Werte in einer Demokratie. Sie gilt für alle – nicht nur für politisch genehme – Positionen. Kultur darf kein ideologisches Instrument werden.
Tatsächlich ist die Kunstfreiheit jedoch massiv bedroht. Aber definitiv nicht von rechts, sondern von links, Stichwort „Cancel Culture“. Linke Kräfte an Universitäten oder Kunsteinrichtungen ertragen es nämlich nicht, mit anderen Meinungen konfrontiert zu werden. Eine weitere Bedrohung geht vom radikalen Islam aus, welche sich häufig durch die Schändung sakraler Kunstwerke in Kirchen und andernorts manifestiert.
SPD: Wir treten entschieden allen Bestrebungen entgegen, Kunst und Kultur politisch zu vereinnahmen oder auf eine verengte „nationale Kultur“ zu reduzieren. Die Freiheit der Kunst ist ein unverzichtbares Gut unserer Demokratie. Eine weltoffene und vielfältige Kulturszene gehört zur Identität Wiesbadens. Daher bedeutet Schutz für uns nicht nur finanzielle Unterstützung, sondern auch klare politische Haltung. Kultureinrichtungen müssen sich auf die Rückendeckung der Stadtpolitik verlassen können. Gleichzeitig fördern wir Kooperationen zwischen Institutionen und freier Szene. Denn eine lebendige Kultur ist immer auch Ausdruck einer wehrhaften Demokratie. Diese Haltung vertreten wir klar und unmissverständlich, nationalistischer Vereinnahmung werden wir entschieden Einhalt gebieten.
GRÜNE: Kultur ist ein Motor für eine offene und demokratische Gesellschaft. Sie muss frei, kritisch und auch unbequem sein dürfen, um neue Impulse zu geben. Umso wichtiger ist es, Versuche politischer Einflussnahme klar zurückzuweisen.
Wir sehen bereits, dass undemokratische Kräfte versuchen, Kulturförderung zu instrumentalisieren – auch in Wiesbaden, wo die AfD der freien Szene Mittel entziehen will. Dem stellen wir uns entschieden entgegen: durch Transparenz, Solidarität mit Kultureinrichtungen und verbindliche Förderstrukturen. Hilfreich könnte es sein, im Kulturentwicklungsplan den Auftrag zur Förderung der kulturellen Vielfalt, langfristige Förderzusagen, überjährige Budgets und eine Selbstverpflichtung zur Umsetzung von Jury-Empfehlungen zu verankern und politisch beschließen zu lassen, damit dies auch in schwierigen Haushaltsjahren Bestand hat.
FDP: Angriffen auf die Kunstfreiheit – ob politisch motiviert, ideologisch oder moralisch verbrämt – werden wir entschlossen entgegentreten. Kunstfreiheit darf jedoch nicht mit einem Anspruch auf öffentliche Förderung verwechselt werden. Wer die Wiesbadener Bühnen nutzen möchte, um Hass zu verbreiten, darf keine städtische Förderung (finanziell oder durch Bereitstellung von Räumlichkeiten) erhalten.
DIE LINKE: In den letzten Jahren häufen sich Angriffe auf die Menschenwürde, Weltoffenheit und Vielfalt. Positionen, die früher nur die rechtsextreme NPD, vertrat, werden heute offen auch von CDU & FDP vertreten (radikale Abschiebungen (auch von Kindern), geschlossene Außengrenzen, Bezahlkarte usw.).
Die AfD treibt die Parteien der sogenannten Mitte vor sich her. Die Linke steht gegen diese Entwicklung. Durch ein AfD-Verbot, gute Sozialpolitik, die Unterstützung der Zivilgesellschaft und einem klaren Einstehen für demokratische Grundwerte leisten wir Widerstand gegen den Rechtsruck.
Alle Kulturinstitutionen können sich darauf verlassen, in der Linken eine starke Partnerin gegen rechts zu haben.
Volt: Volt Wiesbaden versteht Kunstfreiheit als unverzichtbaren Teil unserer demokratischen Stadtgesellschaft. Wir wollen die Kulturszene schützen, indem wir uns gegen jede Form von Hass und Intoleranz stellen. Kulturelle Einrichtungen verankern wir als Orte der Offenheit und Demokratie und stärken sie institutionell.
Unser Ziel ist eine Stadt, in der kulturelle Teilhabe selbstverständlich ist: mit stabilen Strukturen, verlässlicher Förderung, kreativen Freiräumen und europäischem Austausch. Kulturorte sollen sichere Räume für Vielfalt, Dialog und kritische Auseinandersetzung bleiben – als Ausdruck einer weltoffenen Wiesbadener Identität.
PRO AUTO: keine Antwort erhalten
BLW: Stärkung und Schutz der Wiesbadener Kulturszene kann durch verschiedene Maßnahmen geschehen. Für wichtig erachten wir hier die Förderung der kulturellen Vielfalt, die Stärkung der Demokratie durch Kultur und der Schutz der Kunstfreiheit. Die Förderung von Festivals und Angeboten trägt dazu bei ein vielfältiges Bild Wiesbadens zu festigen
DIE PARTEI: keine Antwort erhalten
Die Gerechtigkeitspartei: keine Antwort erhalten
BSW: Weltoffenheit, Vielfältigkeit und Freiheit gehört zur Wiesbadener Identität. Die nassauischen Wurzeln, Thermen, das Heilwasser, schöne Architektur, Theater, Casino, Museen und Kulturszene ziehen jedes Jahr große Touristenströme nach Wiesbaden. Wir als BSW wollen diese alte Pracht in neue Blüte setzen. Die Stärkung der Kulturszene sehen wir in einem Sozial-Kulturellen-Netzwerk, welches neben der klassischen Kulturszene, Dezernat übergreifend, auch Bildungseinrichtungen (Schulen, Hochschulen), Sport-, Gesundheits-, Sozial-, Religions- und Integrationseinrichtungen zur engerer Vernetzung und besserer gegenseitiger Teilhabe in allen Stadtteilen führen wird. Auch eine Wiesbadener Uni würde die Kulturszene massiv stärken.
FWG: Für uns ist die Kulturszene auf jedem Fall schützenswert. Sie ist eine der weichen Standortfaktoren, die Wiesbaden attraktiv und lebenswert machen. Nicht nur aus touristischen Gesichtspunkten, sondern auch aus Gründen, die im Einzelfall bei unternehmerischen Entscheidungen in der Standortfrage, können sie eine erhebliche Rolle spielen. Deshalb sind jegliche Angriffe auf ihr vielfältiges Verständnis oder auch Maßnahmen von Zensur in Richtung der Kulturszene grundsätzlich abzulehnen. Aufgabe der Stadt muss es sein, alle Richtungen entsprechend im Blick zu haben und keine einseitige Strömung zu fördern.
PdF: Die künstlerische Freiheit ist ein in Deutschland durch Artikel 5 Absatz 3 des Grundgesetzes geschütztes Grundrecht, welches schöpferisches Gestalten ohne staatliche Zensur garantiert. Einschränkungen gelten nur im Rahmen des Jugendschutzes beziehungsweise bei Verletzung von Persönlichkeitsrechten. Künstlerische Freiheit ist nicht verhandelbar. Dies muss klar, offen und nachhaltig gelebt werden.
FREIE WÄHLER: Wir bekennen uns ausdrücklich zur Kunstfreiheit und zur pluralen Stadtgesellschaft. Schutz bedeutet für uns klare Förderkriterien, transparente Entscheidungsprozesse und eine verlässliche institutionelle Förderung, die nicht von kurzfristigen politischen Stimmungen abhängig ist. Wir unterstützen zivilgesellschaftliche Bündnisse gegen Extremismus und setzen uns für klare kommunalpolitische Haltung ein, wenn kulturelle Einrichtungen unter Druck geraten. Gleichzeitig erwarten wir von allen geförderten Einrichtungen die Einhaltung der freiheitlich demokratischen Grundordnung.
3. Was aus dem 2020 verabschiedeten und 2025 fortgeschriebenen Kulturentwicklungsplan der Landeshauptstadt Wiesbaden möchten Sie in der nächsten Legislaturperiode umsetzen? Wie wollen Sie die Planungssicherheit der freien Kulturszene als ein zentral formuliertes Anliegen erreichen?
CDU: Aus dem Kulturentwicklungsplan wollen wir insbesondere strukturelle Förderinstrumente, Raumkonzepte und investive Vorhaben konsequent umsetzen. Planungssicherheit erreichen wir durch mehrjährige Fördervereinbarungen, frühzeitige Haushaltsentscheidungen und verlässliche Zuschussstrukturen. Die Einhaltung von getroffenen Zusagen ist für uns Kernelement verantwortlicher Kulturpolitik.
AfD: Planungssicherheit entsteht nicht durch immer neue Konzepte, sondern durch solide Haushaltsführung. Bestehende Einrichtungen sollten langfristige, realistische Finanzierungsmodelle erhalten. Projekte müssen regelmäßig evaluiert werden, statt automatisch fortgeschrieben zu werden.
SPD: Der Kulturentwicklungsplan ist für uns die zentrale Orientierung für die kommenden Jahre. Wir haben die Förderregelungen für freie Kultureinrichtungen überarbeitet und transparenter gestaltet, um Planungssicherheit und Verlässlichkeit zu stärken. Künftig wollen wir Zuschüsse vergleichbarer machen und Instrumente für mehr Transparenz entwickeln. Unsere Schwerpunkte liegen auf klaren Finanzierungsstrukturen, der Sichtbarkeit von Kultur und der kulturellen Teilhabe. Angesichts des gesellschaftlichen Wandels möchten wir gemeinsam mit Kulturschaffenden neue Zielgruppen erreichen. Der Kulturentwicklungsplan bleibt ein dynamisches Instrument, das regelmäßig überprüft und fortgeschrieben wird, um nachhaltige Perspektiven zu schaffen.
GRÜNE: Wir wollen zentrale Vorhaben des Kulturentwicklungsplans konsequent umsetzen. Dazu gehört, Kulturhäuser stärker bei der sozial-ökologischen Transformation zu unterstützen und Kultur systematisch in die Quartiersentwicklung einzubinden.
Einen zukünftigen Schwerpunkt sehen wir auch in einer engeren Zusammenarbeit mit Wohnbaugesellschaften, um neue Räume für Proben, Aufführungen und Ausstellungen zu finden oder zu schaffen. Gleichzeitig wollen wir Maßnahmen zur öffentlichen Aufmerksamkeit für Kultur und zur kulturellen Teilhabe weiter stärken, damit möglichst viele Menschen Zugang zu Kunst und Kultur erhalten. Verlässliche Förderstrukturen und langfristige Perspektiven sind dabei der Schlüssel zur Planungssicherheit.
FDP: Höchste Priorität muss die Sicherstellung der verlässlichen Finanzierung der Kulturinstitutionen sein. Erst danach sollte man über die weiteren Schritte sprechen.
DIE LINKE: Der Kulturentwicklungsplan soll möglichst vollständig verwirklicht werden. Die Linke setzt sich dafür ein, zukünftig wieder Doppelhaushalte aufzustellen und Förderzusagen auf fünf Jahre zu verlängern. Zusätzlich soll es jedes Jahr einen Inflationsausgleich für die Institutionen geben.
Um dies zu finanzieren brauchen wir eine höhere Gewerbesteuer, die Einführung einer Verpackungssteuer auf Einwegverpackungen und mehr Steuerprüfer*innen. Außerdem sollen die Kosten für Veranstaltungen wie dem Ball des Weines, die trotz hoher Subventionierung schon durch die Eintrittspreise die meisten Menschen ausgrenzen, eingespart werden.
Volt: Für uns steht im Mittelpunkt, die im Kulturentwicklungsplan priorisierten Kernfelder konsequent umzusetzen und stärker miteinander zu verzahnen.
Eine bessere Planungssicherheit der freien Kulturszene erreichen wir durch strukturelle Veränderungen wie
- verlässliche, mehrjährige Förderperioden
- transparente, nachvollziehbare Förderentscheidungen
- eine stärkere Berücksichtigung von Kostensteigerungen
- eine aktive Raumstrategie für Kultur.
Wir setzen uns für ein strategisches Leerstandsmanagement sowie neue Kooperationsmodelle zwischen freier Szene und etablierten Kultureinrichtungen ein – etwa in Form gemeinsamer Nutzung, Programmgestaltung und Entwicklung von Kulturorten wie dem Walhalla. Unser Ziel ist eine Kulturpolitik, die langfristig trägt.
PRO AUTO: keine Antwort erhalten
BLW: Für wichtig erachten wir die Sichtbarkeit der Kultur in Wiesbaden zu verstärken und die kulturelle Teilhabe aller zu verbessern z.B. indem schon Kinder und Jugendliche in der Schule an Kultur herangeführt werden. Auch sozial Schwachen muss die Teilhabe an Kultur ermöglicht werden.
Die Sicherstellung von Räumen sowohl für öffentlich getragene als auch für frei-gemeinnützige Kultureinrichtungen sehen wir als eine der zentralen kulturpolitischen Aufgaben.
Die Einführung und der Ausbau digitaler Konzepte kann hilfreich sein, auch um Kultur an das Publikum heranzutragen und die Kulturschaffenden besser zu vernetzen.
Die Sicherung des Budgets für die institutionelle Kulturförderung der freien Szene im städtischen Kulturhaushalt könnte die Planungssicherheit der freien Szene erhöhen.
DIE PARTEI: keine Antwort erhalten
Die Gerechtigkeitspartei: keine Antwort erhalten
BSW: BSW-Wiesbaden möchte, wie auch in anderen Dezernaten, Massnahmen der Steuerung, Controlling, Evaluation und Qualitätsmanagement, Themenfeld 9) Organisation und Sachlichkeit des Kulturamts umsetzen, damit die Stadtverwaltung kontinuierlich überwacht und verbessert wird.
FWG: Nach dem vorliegenden Evaluierungsbericht von 2025 ist das Handlungsfeld „Kommunikation/Kooperation“ noch nicht befriedigend umgesetzt. Grad der Realisierung beträgt nur 29%. Für die nächste Amtszeit des Stadtparlamentes besteht daher der Auftrag, dieses Feld auch positiv zu beeinflussen, zumal an dieser Stelle ein Einfluss der politischen Gremien auf die städtischen Einrichtungen, wie Stadtmarketing und Öffentlichkeitsarbeit, bestehen. Es muss erreicht werden, dass die Stadt nach außen das „Aushängeschild“ für Kultur darstellt.
Zur Planungssicherheit der freien Kulturszene gehört auch, Rahmenbedingungen zu schaffen, die für alle verbindlich und transparent sind und auch von allen eingehalten werden müssen.
PdF: Grundsätzlich ist das Thema Kultur ein sehr Breitgefächertes. Und daher gilt aus unserer Sicht zunächst einmal, die Systematik und Verfahren der Kulturförderung unter Einbeziehung von fachlicher Expertise als Grundlage von Empfehlungen an die Politik der Stadt Wiesbaden noch mehr einzubeziehen. Die Kunstschaffenden müssen vortragen, was es primär braucht für eine konkrete Realisierung ihres Tuns. Daran orientieren sich dann im nächsten Schritt klare Fördermaßnahmen.
FREIE WÄHLER: Zentral ist die mehrjährige Förderung für institutionell arbeitende Träger mit einer Laufzeit von mindestens drei Jahren. Erfolgreiche Projekte sollen die Möglichkeit erhalten, in eine Verstetigung überzugehen. Förderentscheidungen müssen frühzeitig im Haushaltsprozess getroffen werden, damit Einrichtungen Personalplanung und Programmentwicklung seriös vornehmen können. Wir befürworten eine regelmäßige Evaluierung, jedoch ohne bürokratische Überlastung kleiner Träger.
4. Die Bedeutung der Kunst und Kultur für unsere Stadt wird nicht zuletzt in Zahlen beziehungsweise Positionen im städtischen Haushalt ausgedrückt. Wie wollen Sie dem merkwürdigen Missverhältnis entgegenwirken, dass der Anteil der Kultur am gesamtstädtischen Haushalt seit mehreren Jahren rapide zurückgeht? Wie wollen Sie gewährleisten, dass in zukünftigen Haushalten für bisherige Projekte und Maßnahmen eine nachhaltige Dotierung stattfindet?
CDU: Der Anteil der Kultur am Haushalt muss mindestens stabilisiert und perspektivisch erhöht werden. Kultur ist kein freiwilliger Luxus, sondern prägt Identität und Standortqualität. Wir wollen mehrjährige Budgetlinien mit Inflationsausgleich und klare Prioritäten bei zentralen Projekten. Wenn das Haushaltsvolumen steigt, sollte der Anteil der Kultur hieran in demselben Verhältnis ansteigen.
AfD: Mehr Geld allein löst keine strukturellen Probleme. Wir wollen vorhandene Mittel effizienter einsetzen, Doppelstrukturen abbauen und Prioritäten setzen. Nachhaltige Finanzierung bedeutet vor allem Verlässlichkeit für funktionierende Angebote – nicht immer neue Zuschussprogramme.
SPD: Kultur ist Teil der städtischen Daseinsvorsorge, kein Luxus. Deshalb setzen wir auf einen stabilen und wachsenden Kulturhaushalt, der den steigenden Anforderungen gerecht wird. Kürzungen würden Einrichtungen und gesellschaftlichen Zusammenhalt schwächen. Seit 2016 ist der Kulturhaushalt Wiesbadens um 43 % gestiegen; 2026 wächst er um weitere 2,5 Mio. Euro auf knapp 60 Mio. Euro, darunter 235.000 Euro mehr für institutionell geförderte Einrichtungen. Trotz knapper Mittel haben wir diese Zuschüsse durchgesetzt. Investitionen in Kultur stärken Stadtentwicklung, Tourismus und Wirtschaft. Weniger dynamisches Wachstum gegenüber Sozialausgaben ist Folge externer Vorgaben, nicht politischer Wille.
GRÜNE: Kultur ist kein Luxus, sondern eine tragende Säule unserer Zivilgesellschaft und Stadtentwicklung. Trotz schwieriger Haushaltslagen ist es uns bislang gelungen, die kulturelle Vielfalt in Wiesbaden zu erhalten und auch noch neue Akzente zu setzen. Perspektivisch muss der Kulturhaushalt jedoch weiter wachsen, damit neben der Existenzsicherung bestehender Kulturangebote zentrale Projekte wie Kulturcampus, Walhalla oder ein neues Stadtmuseum weitergedacht und realisiert werden können.
Deshalb setzen wir uns gemeinsam mit anderen Städten für eine bessere finanzielle Ausstattung der Kommunen ein, die in den letzten Jahren immer neue Aufgaben schultern mussten (auch dadurch verschieben sich unweigerlich die Gewichte im Haushalt). Und wir wollen eine städtische Entlastung beim Staatstheater erreichen, um mehr Mittel in die freie Szene investieren zu können.
FDP: Die finanziellen Möglichkeiten der Stadt sind begrenzt. Jeder Euro kann nur einmal ausgegeben werden. Gerade deswegen ist eine Priorisierung der Ausgaben – sowohl über den gesamten Haushalt als auch in den Einzeletats – so wichtig. Diese Ausgabendisziplin hat Rot-Rot-Grün-Volt in den letzten Jahren vermissen lassen, obwohl die städtische Rücklage vollständig aufgebraucht wurde.
DIE LINKE: Der Anteil der Kultur an den der Stadt zur Gestaltung zur Verfügung stehenden Geldern geht nicht rapide zurück. Bei einem wachsenden Teil der Ausgaben besonders im Sozialbereich handelt es sich um durchlaufende Posten (z.B. Wohngeld oder SGB-II Leistungen). Aufgrund von wachsender Bedürftigkeit wachsen diese Ausgaben ständig. Rechnet man diese Posten heraus, zeigt sich, dass der Anteil für Kultur stabil ist. Trotzdem braucht die LHW mehr Gestaltungsspielraum um sogenannte „freiwillige Leistungen“, wie Kultur und Sport, besser zu finanzieren. Vorschläge zur Finanzierung dazu finden sie unter der Antwort zu Frage 3.
Volt: Wir können die Erwartungen der Kulturschaffenden an den Haushalt nachvollziehen, jedoch konnte angesichts der angespannten Haushaltslage in den Ergebnishaushalten der Jahre 2023-2026 der Absolutbetrag der Kultur lediglich konstant gehalten werden. Die Bedeutung der Kunst und Kultur zeigt sich jedoch auch in dem Investitionshaushalt, mit den Renovierungsprojekten wie Caligari und Walhalla.
Volt setzt sich für eine langfristig planbare Kulturförderung ein, wir wollen eine verlässliche Finanzierung nach niederländischem Vorbild mit Zielvereinbarungen und mehrjähriger Planungssicherheit entwickeln.
PRO AUTO: keine Antwort erhalten
BLW: Die Festschreibung eines prozentualen Mindestanteil am Haushalt könnte hier Abhilfe schaffen. In guten Haushaltsjahren kann der Anteil erhöht werden, in schlechten Jahren sollte er nicht unter diese Mindestgrenze sinken. So könnte eine nachhaltige Dotierung für bisherige Projekte sichergestellt werden.
DIE PARTEI: keine Antwort erhalten
Die Gerechtigkeitspartei: keine Antwort erhalten
BSW: Anhand durch Qualitätsmanagement konkret ermittelten Zahlen, sollten Projekte und Maßnahmen in Konkurrenz mit anderen Dezernaten des Sozial-Kulturellen-Netzwerkes im städtischen Haushalt priorisiert werden. Die Einrichtungen, die von Wiesbadener Bürger und Wiesbadener Gäste mehr Zulauf und Nutzung finden, bekommen entsprechend eine gewichtigere Dotierung. Durch solche Dezernat übergreifende QM-Massnahmen würde eine nachhaltige Dotierung stattfinden.
FWG: Um in diese für die weitere Entwicklung von Wiesbaden notwendige Diskussion einzusteigen, bedarf es zunächst eine fachkundige Auseinandersetzung mit vorliegenden Gutachten, damit alle Beteiligten eine gemeinsame Grundlage haben. Ob tatsächlich ein „merkwürdiges Missverhältnis“ besteht, kann zurzeit nicht sicher festgestellt werden. Erst nach Vorliegen einer von allen Seiten anerkannten Grundlage besteht Raum für konkrete Maßnahmen, die das Ziel haben könnten, für bisherige Projekte eine angemessene Dotierung zu erhalten. Es ist auch kein Automatismus, dass bei steigenden Haushaltausgaben auch einzelne Budgets automatisch mit angehoben werden müssen. Dies ist für uns keine bedarfsorientierte Haushaltspolitik.
PdF: Die Partei des Fortschritts war in den vergangenen Legislaturen nicht im Stadtparlament vertreten und an keinen städtischen Haushaltsberatungen beteiligt. Allerdings vernehmen wir als Bürger dieser Stadt zunehmend, dass sehr differente Priorisierungen bei städtischen Vorhaben bestehen. An manchen Stellen fehlt es an allen Ecken und Enden und es geschieht nichts. An anderen Stellen, wie etwa die Realisierung eines Sportparks Rheinhöhe für 180 Millionen Euro, ist Geld vorhanden. Da werden wir den Finger in die Wunde legen.
FREIE WÄHLER: Wir streben eine strukturelle Stabilisierung des Kulturetats an. Perspektivisch halten wir eine Zielgröße für den Kulturanteil am Gesamthaushalt für sinnvoll. Bestehende Zuschüsse müssen an Kostensteigerungen angepasst werden, insbesondere bei Energie, Personal und Mieten. Investitionen in die Sanierung städtischer Kulturimmobilien sind wirtschaftlich geboten, um langfristige Substanzschäden und steigende Folgekosten zu vermeiden. Kultur ist ein Standortfaktor, der sich indirekt positiv auf Einzelhandel, Gastronomie und Tourismus auswirkt.
5. Die für Kultur verfügbaren Projektmittel wurden in den vergangenen Haushaltsrunden der Stadt immer weiter gekürzt. Wie wollen Sie Verlässlichkeit für projektbasierte Kultur, Neugründungen und Innovationen erreichen?
CDU: Projektmittel müssen endlich verlässlich planbar sein. Wir setzen uns für einen festen Innovationsfonds, transparente Vergabeverfahren und gezielte Anschubfinanzierungen für Neugründungen ein, damit Kreativität nicht an kurzfristigen Kürzungen scheitert.
AfD: Projektförderung sollte sich stärker an Qualität und Bürgernähe orientieren. Kleine Initiativen brauchen weniger Bürokratie und klare Kriterien. Innovation heißt nicht zwangsläufig neue Ideenkonzepte, sondern auch neue Formate für bestehende Einrichtungen.
SPD: Projektmittel sind ein wichtiger Motor für Innovation und neue Formate. Gerade junge Initiativen und Kulturschaffende sind darauf angewiesen. Der Eintritt in die Kulturszene erfolgt erst über Projektmittel und kann langfristig in eine institutionelle Förderung münden. Das beste Beispiel ist der Kulturdschungel, den wir in dieser Wahlperiode den Eintritt in die institutionelle Förderung ermöglichen konnten. Die Projektmittel konnten wir in den Haushaltsberatungen gegenüber dem Entwurf des Magistrats von 80.000 Euro auf 200.000 Euro erhöhen. Das zeigt, dass es uns wichtig ist, trotz schwieriger finanzieller Haushaltslage, den Nachwuchs weiterhin zu fördern. Innovation braucht verlässliche Rahmenbedingungen. Deshalb setzen wir auf eine solide und auskömmliche Ausstattung der Projektmittel, die wir langfristig weiter erhöhen möchten.
GRÜNE: In den vergangenen Haushaltsberatungen konnten wir gegenüber dem Entwurf die Projektfördermittel nochmal anheben und auch die institutionelle Förderung hat einen Aufwuchs erfahren, wenn auch nicht in dem gewünschten Umfang. Beide Säulen sind für uns unverzichtbar: stabile Unterstützung im Rahmen der institutionellen Förderung für bestehende Einrichtungen und ausreichende Projektfördermittel, innovative Ideen und neue Konzepte brauchen Freiräume, um sich zu entfalten.
Auch wenn schwierige Abwägungsentscheidungen in Zeiten knapper Kassen nicht ausbleiben ist unser Ziel klar: ein mit den Kostensteigerungen stetig wachsender Kulturhaushalt, der Kontinuität und Erneuerung gleichermaßen ermöglicht.
FDP: Wir haben in den letzten Haushaltsberatungen massiv eingefordert, dass zuerst bei üppiger ausgestatteten städtischen Kulturinstitutionen gespart wird, bevor die freien Kulturträger Einbußen hinnehmen müssen. Darauf setzen wir auch weiter. Wir treten weiter für ein Innovationsbudget ein, dass nur neue Kulturformate fördert.
DIE LINKE: Die Projektmittel wurden nicht immer weiter gekürzt. Im Haushalt 2026 haben wir die Mittel von 50.000 € auf 200.000 € erhöht.
Volt: Wie bereits in Frage 4 erläutert, stärkt Volt Wiesbaden projektbasierte Kultur durch verlässliche Rahmenbedingungen. Dazu gehören transparente Vergabekriterien, feste jährliche Förderlinien für Innovation und Neugründungen sowie die Möglichkeit mehrjähriger Projektförderung nach niederländischem Vorbild.
Gerade für neue Initiativen braucht es niedrigschwellige Antragsverfahren und Beratungsangebote. Wir setzen uns für eine institutionelle Grundförderung ein, damit Projektmittel tatsächlich Raum für Innovation schaffen. Mehr Planungssicherheit ermöglicht kreative Entwicklung, nachhaltige Kooperationen und neue mutige Formate.
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BLW: Obwohl der Kulturanteil am Gesamthaushalt prozentual sinkt, wird durch die Weiterentwicklung des KEP und die Konzentration auf förderwürdige, innovative Projekte versucht, den Kahlschlag zu verhindern. Durch die Bereitstellung von freien Projektmitteln, den Übertrag nicht verbrauchter Mittel ins Folgejahr, durch spezielle Förderungen für die freie Szene und Neugründungen kann eine gewisse Verlässlichkeit erreicht werden.
DIE PARTEI: keine Antwort erhalten
Die Gerechtigkeitspartei: keine Antwort erhalten
BSW: BSW-Wiesbaden ist für mehr Qualitätsmanagement, damit die verfügbaren Projektmittel effektiv und gezielt da eingesetzt werden, wo am meisten dafür der Bedarf und die Notwendigkeit besteht.
7. 9 und 10 sollten nach dieser Regelung umgesetzt werden.
FWG: Die Haushaltsentwicklungen der letzten Jahre hat die Kooperation zu verantworten, die auch einige Mitglieder, die die jeweiligen Haushalte beschlossen haben, in den Kulturbeirat entsendet. Deshalb ist der kritische Unterton nicht nachvollziehbar. Die freiwilligen Mittel für die Kultur sind übrigens in den letzten Haushaltsrunden nur sehr begrenzt gekürzt worden.
Grundlage für zukünftig Entwicklungen wäre zunächst eine sachliche Auseinandersetzung mit dem städtischen Haushalt, um den Ausgaben für Kultur angesichts ihres Stellenwertes gerecht zu werden. Genau wie in allen anderen Positionen der Budgets stehen wir hier für eine bedarfsgerechte Zuteilung von Mitteln und keine pauschalen Erhöhungen ohne sachliche Grundlage.
PdF: Verlässlichkeit ist das Fundament einer reibungslosen Zusammenarbeit. Wenn sich die Stadt dafür verpflichtet, die Kultur nachhaltig zu unterstützen, dann müssen auch Zusagen mit monetären Mitteln unterfüttert werden. Frei nach dem Motto: Mein Versprechen ist mir Verpflichtung! Man sollte sich ehrlich machen, welche Mittel bereitgestellt werden können – und was nicht funktioniert. Man muss die Menschen mitnehmen.
FREIE WÄHLER: Wir schlagen die Einrichtung eines klar definierten Innovationsfonds vor, der insbesondere jungen Initiativen und experimentellen Formaten zugutekommt. Kleinere Fördersummen sollten in einem vereinfachten Verfahren vergeben werden. Projektmittel müssen im Haushalt ausreichend dotiert und überjährig planbar sein. Für Neugründungen braucht es Beratung und transparente Förderleitlinien.
6. Welche Bedeutung sollte die kulturelle Bildung an Schulen im städtischen Haushalt haben?
CDU: Kulturelle Bildung sollte einen festen und auskömmlichen Stellenwert im städtischen Haushalt und einen dauerhaften Platz in den Konzepten zur Ganztagsbetreuung der Schulen haben. Kooperationen zwischen Schulen und Kultureinrichtungen müssen strukturell abgesichert und mit klaren Budgets für Projekte und Honorare hinterlegt werden.
AfD: Musik- und Kunstunterricht hat grundsätzlich eine wichtige Bedeutung für die Gesellschaft. Allerdings ist die Kommunalpolitik an dieser Stelle der falsche Ansprechpartner. Denn schließlich obliegen die Unterrichtsinhalte ausschließlich dem Land.
SPD: Jedes Kind in Wiesbaden soll Zugang zu kulturellen Angeboten haben, denn kulturelle Bildung ist zentral für Chancengleichheit und Persönlichkeitsentwicklung. Die Zusammenarbeit von Schulen mit Einrichtungen wie dem Staatstheater, der Volkshochschule oder der Musik- & Kunstschule wollen wir weiter stärken und haben das Thema bereits im zuständigen Ausschuss beraten. Digitale Ausstattung und moderne Vermittlungsformate gewinnen an Bedeutung, zugleich müssen Honorarkräfte besser abgesichert werden. Kulturelle Bildung darf nicht vom Elternhaus abhängen.
GRÜNE: Kulturelle Bildung ist für uns zentral. Sie stärkt Kreativität, Teilhabe und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Deshalb haben wir in der letzten Legislaturperiode ein Förderprogramm für kulturelle Bildung an Schulen auf den Weg gebracht. Denn hier werden alle jungen Menschen, unabhängig von ihrer Herkunft, erreicht. Dieses Angebot wollen wir weiterführen und ausbauen, um die Kultur noch stärker in der Mitte der Stadtgesellschaft zu verankern.
FDP: Eine hohe Bedeutung. Alle Kinder sollten während ihres Grundschulbesuchs einmal eine Theateraufführung miterleben. Kulturelle Teilhabe sollte nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen.
DIE LINKE: Kulturelle Bildung ist unverzichtbar für eine lebendige Demokratie und Teil der öffentlichen Grundversorgung, die allen offenstehen muss. Entsprechend wird von uns gefordert, Kulturförderung – inklusive kultureller Bildung – als Pflichtaufgabe der öffentlichen Hand zu verankern und Länder und Kommunen finanziell so auszustatten, dass diese Aufgabe erfüllt werden kann. Besonders ganztägig arbeitende Schulen und andere Bildungsangebote sollen gezielt mit Kultur- und Freizeitangeboten verzahnt werden, um insbesondere Kindern aus nicht-akademischen und einkommensarmen Haushalten Zugang zu kultureller Bildung zu ermöglichen.
Volt: Kulturelle Bildung sollte im städtischen Haushalt einen hohen Stellenwert haben. Sie stärkt Kreativität, demokratische Kompetenzen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Wir setzen uns dafür ein, durch eine stärkere Nutzung und Unterstützung von Erasmus+ den europäischen Austausch zu fördern. Dieser ist ein wichtiger Bestandteil einer lebendigen europäischen Bildungskultur.
Zudem sollen Besuche und Kooperationen mit bereits durch die Stadt geförderten kulturellen Einrichtungen nicht nur fortgeführt, sondern ausgebaut werden. So ermöglichen wir möglichst vielen Schüler und Schülerinnen einen niedrigschwelligen Zugang zu Kunst und Kultur.
PRO AUTO: keine Antwort erhalten
BLW: Kinder und Jugendliche schon früh an Kultur heranzuführen halten wir für sehr wichtig. Insofern sollte die Förderung der kulturelle Bildung an Schulen im Haushalt verankert sein.
DIE PARTEI: keine Antwort erhalten
Die Gerechtigkeitspartei: keine Antwort erhalten
BSW: Kulturelle Bildung sollte im Rahmen von Sozial-Kulturellen-Netzwerk „in die Fläche“ gehen. Außer Schulen sollten andere soziale Einrichtungen wie Jugendzentren, Pflege-, Altenheime, und weitere Sport-, Integration-, und Religionseinrichtungen in allen Stadtteilen einbezogen werden.
FWG: Die kulturelle Bildung an Schulen ist für uns wichtig und unbedingt förderungswürdig. Ob dies gleichzeitig bedeutet, im städtischen Haushalt eine weitere besondere Position vorzusehen, kann zurzeit nicht gesagt werden. Auf jeden Fall sollte die kulturelle Bildung an Schulen unbürokratisch praktiziert werden, wenn Kulturschaffende sie in die Schulen hineintragen wollen. Anerkannt werden an dieser Stelle ausdrücklich die vielen schon vorhandenen Initiativen und Veranstaltungen, die das städtische Kulturleben den Schulen und damit auch den Schülern und Schülerinnen vertraut machen. Dies ist auch im Eigeninteresse der Kultur, zukünftige Besucherinnen, Förderer und auch Engagierte für die Szene zu begeistern und dies nicht nur als Konsument.
PdF: Es gibt aktuell ein Förderprogramm für kulturelle Bildung an Schulen in Wiesbaden. Dies ist begrüßenswert und sollte in dieser Form eine Fortsetzung erfahren.
FREIE WÄHLER: Kulturelle Bildung muss als eigenständiger Schwerpunkt im städtischen Haushalt sichtbar sein. Wir wollen Kooperationen zwischen Schulen, Musikschule, Theaterinitiativen, Museen und freien Künstlerinnen und Künstlern systematisch ausbauen. Im Ganztagsbereich sehen wir große Chancen für Theaterprojekte, Musikangebote, bildende Kunst und medienkulturelle Formate. Ziel ist die frühzeitige kulturelle Teilhabe unabhängig vom Elternhaus.
7. Wie sehen Sie die Umsetzbarkeit der folgenden kulturellen Investitionsprojekte für die kommende Legislaturperiode? Sanierung der Immobilie Walhalla, Zukunft für das Stadtmuseum, Spielstätte für das kuenstlerhaus43, Kulturcampus, Tanzhaus für Wiesbaden.
CDU: Für keines der genannten Projekte existiert bislang eine verlässliche Finanzierung. Nach einem Kassensturz werden wir für eine nachvollziehbare Priorisierung mit einem verbindlichen Investitionsplan sorgen. Die Sanierung des denkmalgeschützten Walhalla-Gebäudes sollte zügig vorangebracht werden. Für das Stadtmuseum braucht es eine dauerhafte Perspektive. Das kuenstlerhaus43 benötigt sehr zeitnah eine tragfähige Spielstätte. KulturCampus und Tanzhaus sind wichtige Projekte, deren Umsetzung jedoch realistische Finanzierungs- und Trägerkonzepte voraussetzt.
AfD: Über die Walhalla wird schon mindestens 10 Jahre gestritten und es wird Geld reingesteckt, ohne dass signifikante Fortschritte sichtbar werden. Es liegt immer noch kein Nutzungskonzept vor. Hier muss es endlich vorangehen.
Eine größere Immobilie für das Stadtmuseum (SAM) wäre grundsätzlich wünschenswert. Im Hinblick auf einen möglichen Umzug gilt es den städtischen Zuschussbedarf zu minimieren.
Das kuenstlerhaus43 ist bedeutend für die Kunstszene der Stadt. Aber auch hier steht die Frage nach der Finanzierbarkeit neuer Räumlichkeiten im Mittelpunkt.
Für den KulturCampus sehen wir derzeit aus finanziellen Gründen keine Realisierungsmöglichkeiten. Prinzipiell muss jede Förderung zuvorderst den bestehenden Kultureinrichtungen gelten. Alle anderen sind „nice to have“.
Ein Tanzhaus wäre sicher begrüßenswert. Ansonsten gilt das Gleiche wie für das kuenstlerhaus43.
SPD: Die kulturelle Nutzung der Walhalla ist ein wichtiges Projekt, das wir konstruktiv begleiten. Entscheidend ist die enge Einbindung in das bestehende Kulturangebot. Das Stadtmuseum am Markt soll dauerhaft gesichert und als „Dritter Ort“ in die Sportarena/Langgasse verlegt werden. Der KulturCampus bietet große Chancen für das Schlachthofareal sowie für Kreativfabrik und Proberäume, doch die Finanzierung muss weiter geprüft werden. Ein Tanzhaus ist wünschenswert, aber nur gemeinsam mit dem Land Hessen realisierbar. Bei allen Projekten gilt: Realismus und finanzielle Verantwortung stehen im Vordergrund.
GRÜNE: Wir stehen zu unserer Verantwortung für das historische Walhalla, eine Umsetzung kann aber nur schrittweise und mit Fördermitteln oder Spenden gelingen. Sanierung und Betrieb dürfen nicht zulasten des Kulturhaushalts gehen.
Das Stadtmuseum soll kein Kellerkind bleiben. Der Standort Sportcheck ist eine Option und bietet Chancen, die Innenstadt zu bereichern.
Wir stehen klar zum kuenstlerhaus43 und sind zuversichtlich, dass im Laufe des Jahres ein Standort gefunden wird. Dabei braucht es möglicherweise Kompromisse auf allen Seiten.
Kreativwirtschaft und soziokultureller Stadtentwicklung, Kreativfabrik und Kontext - der KulturCampus bringt vieles mit, was wir uns für die Entwicklung der Stadt wünschen.
Die Idee des Tanzhauses überzeugt, Standort und Finanzierung durch das Land sind aber noch offen. Wir sehen Chancen im Zusammenhang mit der Theatersanierung.
FDP: Walhalla: derzeitige Kosten von mind. 70 Mio. € zzgl. hoher Betriebskosten bei zweifelhaftem Nutzen für die Kultur. Das Projekt kann eigentlich nur mit privaten Mitteln umgesetzt werden.
Stadtmuseum: Soll aus dem Marktkeller geholt werden. Geeignete Immobilien werden wir prüfen. Die ehemalige Sportarena wollen wir abreißen und zu einem Stadtplatz mit Randbebauung umbauen. Sie steht damit nicht zu Verfügung.
Kuenstlerhaus43: Dringend nötig und vorzugsweise in der City, nachdem die alten Räumlichkeiten vom SPD-Kulturdezernat leider verzockt wurden. Bis dahin: rechtzeitige Verlängerung der Mietverträge mit längeren Fristen im Palast-Hotel für die notwendige Planungssicherheit.
KulturCampus & Tanzhaus: Ohne private Finanzierung nicht darstellbar.
DIE LINKE: „Die Zukunft soll man nicht voraussehen wollen, sondern möglich machen.
— Antoine de Saint-Exupéry (1900 - 1944)“
Die Linke wird sich für die Umsetzung möglichst vieler Kulturprojekte einsetzen. Dazu braucht es eine verlässliche Kommunalfinanzierung. Neben den bereits genannten Maßnahmen wird es aber auch auf eine gute Ausstattung der Kommunen durch das Land ankommen. Eine Vermögensteuer würde Hessen ca. 8 Milliarden Euro einbringen. Gäbe Hessen davon 50% an die Kommunen, wären das über 150 Millionen € für Wiesbaden. Damit könnten viele Projekte realisiert werden. Die genannten Proijekte verdienen es alle unterstützt zu werden. Sie sind (Stadtmuseum, künstlerhaus 43) oder wären eine Bereicherung für Wiesbaden.
Volt: Wir unterstützen die Instandsetzung der Walhalla und ihre langfristige Entwicklung zu einer gemeinsamen Spiel- und Verwaltungsstätte der freien Bühnen in Wiesbaden. Damit stärken wir die freie Kulturszene strukturell und schaffen verlässliche Rahmenbedingungen für künstlerische Arbeit.
Zudem setzen wir uns für eine tragfähige Konzeptentwicklung ein, die dem Stadtmuseum einen nachhaltigen und langfristig gesicherten Standort ermöglicht.
Darüber hinaus ist es unser Ziel, dass notwendige Großprojekte – wie die Sanierung des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden – nicht zulasten der freien Szene gehen. Kulturförderung muss ausgewogen erfolgen und sowohl etablierte Institutionen als auch freie Initiativen berücksichtigen.
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BLW: Da das Walhalla unter Denkmalschutz steht ist eine Sanierung unumgänglich. Je länger man hier wartet, umso teurer wird’s.
Eventuell wäre hier auch die Integration eines Tanzhauses für Wiesbaden machbar.
Wiesbadens Stadtgeschichte in einem Stadtmuseum wieder einen angemessenen Raum zu geben und somit diese auch wieder in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken halten wir für sehr wichtig. Die ehemalige Sportarena wäre hierfür eine gute Möglichkeit.
Die Sicherstellung einer Spielstätte für das künstlerhaus 43 ist ein wichtiges Anliegen. Hier muss nach finanzierbaren Möglichkeiten gesucht werden.
Der KulturCampus bietet der Stadt die Möglichkeit neue Impulse zu setzen hier entsteht ein junger und moderner Raum für Kreativität und Gemeinschaft. Durch die vielfältigen Fördermöglichkeiten halten wir den Campus für durchaus umsetzbar.
DIE PARTEI: keine Antwort erhalten
Die Gerechtigkeitspartei: keine Antwort erhalten
BSW: Ob kulturelle Investitionsprojekte, Klimawandel oder freie Szene, BSW ist für mehr Bürgerbeteiligung (Einbeziehung von Ortsbeiräten, Jugendlichen in Schulen, Berufsschulen und Hochschulen). BSW ist für mehr direkte Demokratie, Evaluation und Qualitätsmanagement, mehr konkrete Zahlen, statt Wunschdenken und Ideologie.
FWG:
- Bei der Sanierung des Walhalla-Projektes ist mehr Tempo notwendig, weil diese Immobilie ein Ankerprojekt in der Innenstadt ist.
- Die Zukunft des Stadtmuseums geben wir höchste Priorität und wünschen nach der Machbarkeitsstudie eine sehr schnelle Umsetzung des Umzugs in die Sportarena.
- Die Spielstätte des Künstlerhauses 43 ist uns wichtig; deshalb haben wir als einzige Fraktion in den Haushaltsberatungen eine konkrete finanzielle Unterstützung gefordert.
- Der Kulturcampus ist ein Neubeginn der Entwicklung des Gebietes an der Mainzer Straße; allerdings sollten die Initiatoren Konzepte vorlegen, die ein auf ein breit angelegtes Angebot ausgerichtet sind.
- Dem Tanzhaus sollte geholfen werden bei der Suche nach geeigneten Räumlichkeiten.
PdF: Das ist aus unserer Perspektive zurzeit schwer zu beantworten. Die Immobilie Walhalla soll etwa zwischen 2028 bis 2030 saniert sein. Die Kosten sind – wie bei allen Projekten dieser Art – von ehemals 39 Millionen auf jetzt über 50 Millionen Euro gestiegen. Wie sich das mit vielen, vielen anderen Großprojekten ähnlicher Art auswirkt bleibt abzuwarten. Sinnstiftend wäre es, nicht gleichzeitig fünf oder sechs Großprojekte zu planen, sondern erst einmal eine Priorisierung vorzunehmen und dies der Reihe nach abzuarbeiten.
FREIE WÄHLER: Die Sanierung des Walhalla hat für uns Priorität, verbunden mit einem tragfähigen Nutzungs- und Finanzierungskonzept. Für das Stadtmuseum braucht es dauerhafte Standort- und Finanzierungssicherheit. Eine feste Spielstätte für das kuenstlerhaus43 sollte zeitnah geprüft werden, etwa durch Nutzung geeigneter Bestandsimmobilien. Beim KulturCampus und bei einem möglichen Tanzhaus legen wir Wert auf realistische Kostenkalkulationen, tragfähige Betriebskonzepte und eine gesicherte Finanzierung vor Baubeginn.
8. Wie kann Kunst und Kultur zur Belebung öffentlicher Plätze beitragen?
CDU: Kunst und Kultur können öffentliche Plätze auf vielfältige Weise etwa durch Festivals, Open-Air-Formate, temporäre Bühnen und Kooperationen mit lokalen Akteuren beleben. Sie erhöhen die Aufenthaltsqualität, stärken die Innenstadt und fördern Begegnungen in den Stadtteilen.
AfD: Kultur im öffentlichen Raum sollte niederschwellig, sicher und familienfreundlich sein – etwa durch die Pflege des Brauchtums, etwa durch lokale Feste, Märkte, Musikveranstaltungen oder Kooperationen mit Vereinen. Ziel ist echte Aufenthaltsqualität statt kurzfristiger Eventpolitik.
SPD: Kunst und Kultur können wesentlich zur Belebung öffentlicher Räume beitragen. Open-Air-Veranstaltungen, temporäre Bühnen und kulturelle Zwischennutzungen schaffen neue Begegnungsorte. Gerade in der Innenstadt kann Kultur zur Attraktivität und Aufenthaltsqualität beitragen. Auch Stadtteilformate stärken die Identifikation vor Ort. Kooperationen mit lokalen Initiativen und Vereinen sind dabei entscheidend. Kultur im öffentlichen Raum senkt Zugangsschwellen. Sie macht Vielfalt sichtbar und erlebbar. Ein gutes Beispiel hierfür ist die Infobox Kultur, die häufig von Kulturschaffenden bespielt wird. Zudem können Partnerstädte stärker auf Festen und Märkten eingebunden werden. So verbinden wir Stadtentwicklung und kulturelle Teilhabe.
GRÜNE: Wir wollen Wiesbadens Innenstadt und städtische Plätze gemeinsam mit Kultur, Handel und Gastronomie zu einem lebendigen Lebensraum mit hoher Aufenthaltsqualität entwickeln. Dafür braucht es Orte der Begegnung und des Miteinanders. Das neue Stadtmuseum und der KulturCampus können starke Anziehungspunkte werden – ebenso Kunst im öffentlichen Raum und Veranstaltungen auf Plätzen. Durch die gezielte Förderung von Gastronomie, Clubs und kulturellen Angeboten an Plätzen und bei der Neuplanung von Baugebieten können wir auch nach Ladenschluss mehr Leben in die Stadt bringen. Eine lebendige Nachtökonomie steigert die Attraktivität und die gefühlte Sicherheit gleichermaßen.
FDP: Wie bei allen anderen Veranstaltungen, Festen, etc. gilt auch hier: Einfache Genehmigungsverfahren und der Verzicht auf überbordende Auflagen helfen dabei, Kulturinstitutionen dazu zu bewegen, ihre Kunst auch im öffentlichen Raum darzustellen und den öffentlichen Raum somit aufzuwerten.
DIE LINKE: Kunst und Kultur beleben öffentliche Plätze, indem sie Menschen anziehen, Aufenthaltsqualität erhöhen und soziale Begegnungen ermöglichen.
Kunst im öffentlichen Raum verwandelt „tote“ oder rein funktionale Flächen in Orte, die auffallen, Neugier wecken und Aufenthaltsqualität schaffen. Kunstinstallationen und Kulturprogramme werden zum Anlass, stehenzubleiben, ins Gespräch zu kommen und den Platz gemeinsam zu nutzen.
Markante Kunstwerke oder wiederkehrende Kulturreihen prägen das Bild einer vielfältigen Stadt und stärken die Identifikation der Bewohner*innen mit „ihrem“ Platz.
Außerdem kann Kunst im öffentlichen Raum Kultur niederschwellig erfahrbar machen, gerade für Menschen, die klassische Kulturinstitutionen nicht nutzen.
Volt: Kunst und Kultur können öffentliche Plätze nachhaltig beleben, indem sie Orte der Begegnung, des Austauschs und der Identifikation schaffen.
Wir wollen ungenutzte Räume wie die ehemalige „Sportarena“ kulturell und gastronomisch neu beleben. Eine solche Mischnutzung stärkt sowohl die Innenstadt als Aufenthaltsort als auch die lokale Kulturszene.
Zudem setzt sich Volt für die Etablierung eines jährlichen Europafestes am 9. Mai ein. Als wiederkehrendes Stadtfest könnte es den kulturellen Austausch mit den Partnerstädten fördern und Wiesbaden als europäisch vernetzte Stadt sichtbar machen.
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BLW: Kunst und Kultur auf öffentlichen Plätzen tragen zur Belebung derselben bei, indem sie den öffentlichen Raum zugänglicher machen. Sie fördern die Gemeinschaft und laden zum Verweilen und Interagieren ein. Streetart z.B. kann die Aufenthaltsqualität steigern und triste Orte in attraktive Ziele verwandeln.
DIE PARTEI: keine Antwort erhalten
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BSW: Das BSW verbindet die Kulturtourismusförderung mit historischer Fairness. Das kulturelle Erbe, von der Römerzeit bis zur Zeit des Herzogtums Nassau, zieht viele Touristen nach Wiesbaden und sollte auch zukünftig als Touristenmagnet und als Wiesbadener Spezialität des kulturellen Angebots stärker gefördert werden.
Die Marktkirche, die als „Wiesbadener Dom/Dom von Nassau“ angelegt und von Wiesbadener Bürgern finanziert wurde, müßte diesen Namen endlich offiziell bekommen. Außerdem sollte sie den stark gewachsenen orthodoxen Wiesbadener Gemeinden als ökumenischer Wiesbadener Dom zur Verfügung gestellt werden. Bei dieser Gelegenheit wäre es wünschenswert die Dynastie Luxemburg-Nassau für die Wiesbadener Kulturszene zu gewinnen und Städtepartnerschaft und Austauschprogramme mit Luxemburg auszubauen.
FWG: In vielen Fällen können öffentliche Plätze für kulturelle Zwecke genutzt werden. Beispiele gibt es schon in der Burg Sonnenberg, in der Kleinen Frankfurter Straße beim Literaturfestival, beim Kranzplatz und beim Warmen Damm sowie auch sogar auf dem Neroberg. Vorstellen kann man sich tatsächlich auch weitere kulturelle Veranstaltungen auf öffentlichen Plätzen in der Innenstadt und auf jeden Fall in den Vororten. Allerdings sind in diesen Fällen auch schützenswerte Interessen der unmittelbaren Nachbarschaft zu berücksichtigen. Notwendige Gespräche zwischen den Betroffenen sind deshalb immer Voraussetzung.
PdF: Insgesamt finden aktuell schon viele temporäre Aktionen auf öffentlichen Straßen und Plätzen statt. Kunst im öffentlichen Raum beziehungsweise künstlerische Freiluftveranstaltungen sollten unbürokratisch und schnell Unterstützung finden.
FREIE WÄHLER: Open Air Formate, kleine Bühnenformate, temporäre Kunstinstallationen und kulturelle Märkte können die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt und in den Stadtteilen steigern. Kultur schafft Frequenz und soziale Begegnung. Dies ist insbesondere für die Belebung der Innenstadt von hoher Bedeutung.
9. Wie wollen Sie den Herausforderungen einer nachhaltigen Kultur im Hinblick auf den Klimawandel gerecht warden?
CDU: Nachhaltigkeit in der Kultur bedeutet energieeffiziente Gebäude, klimafreundliche Veranstaltungskonzepte und Beratung für Einrichtungen bei nachhaltiger Produktion. Wir wollen ökologische Verantwortung und kulturelle Leistungsfähigkeit miteinander verbinden. Auch die Finanzierung ist dabei eine wichtige Dimension der Nachhaltigkeit.
AfD: Nachhaltigkeit bedeutet für uns vor allem wirtschaftliche Vernunft: langlebige Infrastruktur, effiziente Nutzung bestehender Gebäude und weniger kostspielige Symbolprojekte. Kultur darf nicht durch zusätzliche Auflagen überfordert werden.
Wir sollten aber den Klimawandel als Chance sehen. Denn wenn es wärmer wird, können mehr Veranstaltungen im Freien angeboten werden. Ein wenig spanisches Flair würde der Stadt sicher guttun.
SPD: Nachhaltigkeit in der Kultur umfasst ökologische und soziale Aspekte. Energetische Sanierungen kultureller Gebäude sind ebenso wichtig wie nachhaltige Veranstaltungsstandards. Hitzephasen und Extremwetterereignisse haben beispielsweise Auswirkungen auf Freiluftformate oder die Lagerung von Kulturwerken. Gleichzeitig müssen faire Arbeitsbedingungen gesichert werden. Nachhaltigkeit bedeutet auch langfristige Planungssicherheit. Kultur kann Vorbild für verantwortungsbewusstes Handeln sein. Wir wollen ökologische Kriterien stärker berücksichtigen, ohne kulturelle Vielfalt einzuschränken. Klimaschutz und Kultur sind kein Widerspruch. Sie gehören zusammen.
GRÜNE: Die sozial-ökologische Transformation bleibt ein Kernanliegen unserer Kulturpolitik. Wir wollen Kultureinrichtungen dabei konkret unterstützen – etwa durch Beratungsangebote, Workshops und Vernetzungsformate rund um das Thema Nachhaltigkeit.
Regionale und lokale Programme und Plattformen wie Ökoprofit und TourCert wollen wir weiterhin fördern und noch stärker bekannt machen. Gleichzeitig brauchen Kultureinrichtungen langfristige Perspektiven, damit sie nicht um ihre Existenz kämpfen müssen, sondern ökologische und soziale Nachhaltigkeit aktiv gestalten können.
FDP: Die in städtischer Hand befindlichen Kulturgebäude sollen Schritt für Schritt energetisch saniert werden. Die RMV-KombiTickets müssen für weitere Institutionen und einfacher zugänglich sein.
Kulturschaffende sollen sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren können: Kunst machen. Wir lehnen zusätzliche Klimaauflagen, Berichtspflichten oder Förderbedingungen ab, die kleine Träger organisatorisch überfordern.
DIE LINKE: Wir verknüpfen Klimagerechtigkeit und kulturelle Teilhabe. Klimaschutz ist für uns eine soziale Frage: Maßnahmen müssen insbesondere Menschen mit wenig Einkommen mitdenken.
Bei der Stadtentwicklung setzen wir auf „Stadtnatur statt Betonwüsten“ – das heißt: entsiegelte Flächen, Schatten, Grün und Wasser.
Bei städtisch geförderten Veranstaltungen fordern wir ökologische Mindeststandards (ÖPNV-Anbindung, Müllvermeidung, klimafreundliches Catering), ohne kleine Vereine zu überfordern – durch Beratung statt nur Auflagen. Wir wollen, dass Kulturangebote vor allem mit Bus, Bahn, Fahrrad und zu Fuß gut erreichbar sind und setzen uns daher gleichzeitig für einen starken, günstigen ÖPNV ein.
Volt: Wir setzen uns für umfassenden Klimaschutz auf kommunaler Ebene ein. Unser Ziel ist es, Wiesbaden bis 2035 klimaneutral mit Energie zu versorgen.
Auch der Kulturbereich ist ein wichtiger Bestandteil dieser Transformation. Wir wollen Kulturinstitutionen dabei unterstützen, ihre Gebäude und Betriebsabläufe energieeffizienter zu gestalten. Dazu gehört insbesondere die Reaktivierung und Weiterentwicklung kommunaler Programme zur energetischen Sanierung.
Nachhaltige Kultur bedeutet für uns, ökologische Verantwortung mit kultureller Vielfalt zu verbinden. Förderprogramme richten wir so aus, dass sie ressourcenschonende Veranstaltungsformate, nachhaltige Beschaffung und klimafreundliche Mobilität gezielt stärken.
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BLW: Nachhaltige Kultur sollte die Integration ökologischer, sozialer und ökonomischer Prinzipien in kulturelle Praktiken und Institutionen beinhalten. Hierzu kann die nachhaltige Nutzung von Gebäuden im Kulturbetrieb gehören, z.B. die Reduktion von CO2 Emissionen und die Nutzung erneuerbarer Energien, bzw. die Förderung umweltfreundlicher Produktionen. Wir wollen, dass auch kulturelle Projekte Natur und Umwelt respektieren.
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BSW: Ob kulturelle Investitionsprojekte, Klimawandel oder freie Szene, BSW ist für mehr Bürgerbeteiligung (Einbeziehung von Ortsbeiräten, Jugendlichen in Schulen, Berufsschulen und Hochschulen). BSW ist für mehr direkte Demokratie, Evaluation und Qualitätsmanagement, mehr konkrete Zahlen, statt Wunschdenken und Ideologie.
FWG: Langandauernde Leerstände sollten durch befristete kulturelle Nutzungen vermieden werden. Kulturschaffende sollten verstärkt untereinander kooperieren und immer prüfen, ob sie sie sich nicht gemeinsam Räume zur Verfügung stellen für die Durchführung ihrer Veranstaltungen (Mehrzwecknutzung).
Bei Neubau oder Instandhaltung von Gebäuden für kulturelle Nutzung sollten die Anforderungen des Klimaschutzes erfüllt werden, sofern nicht übermäßige bürokratische Hemmnisse oder überbordende Kosten dem entgegenstehen.
PdF: Deutschland hat sich zur Einhaltung der Pariser Klimaziele verpflichtet. Daran wird sich auch die Kulturpolitik ausrichten müssen. Es braucht daher bei kulturellen Veranstaltungen auch immer die Zielsetzung, Veranstaltungen möglichst klimaneutral beziehungsweise klimaschonend stattfinden zu lassen. Im konkreten Einzelfall sind Experten gefragt, welche die Veranstalter beraten und unterstützen.
FREIE WÄHLER: Wir unterstützen energetische Sanierungen, nachhaltige Veranstaltungslogistik und ökologische Kriterien in Förderprogrammen. Kulturgebäude müssen schrittweise energetisch ertüchtigt werden. Fördermittel sollten Anreize für ressourcenschonende Produktionsweisen enthalten.
10. Wie wollen Sie sicherstellen, dass faire Unterstützungsbedingungen für Wiesbadens Kultureinrichtungen unabhängig ihrer Rechtsform erreicht werden? Teilen Sie die Auffassung, dass die freie Szene zu mehr Dank verpflichtet sei und es einen Vollversorgeranspruch gebe?
CDU: Faire Unterstützungsbedingungen müssen unabhängig von der Rechtsform gelten. Transparente Förderrichtlinien und Gleichbehandlung sind entscheidend. Die freie Szene ist ein Partner auf Augenhöhe und nicht zu besonderer Dankbarkeit verpflichtet.
AfD: Prinzipiell sind wir der Meinung, dass sich die Kulturszene über die Eintrittspreise, Verkäufe oder über Sponsoren selbst tragen sollte. In anderen Ländern geht das schließlich auch. Uns ist aber bewusst, dass die Betreiber hierzulande alleine wegen der Mieten Probleme haben. So ist eine gezielte Förderung in bestimmten Fällen unerlässlich.
Besonders hervorheben möchten wir ausdrücklich das Staatstheater. Dieses ist der Leuchtturm der Kultur schlechthin. Der Spielbetrieb ist aber ohne eine gewaltige Förderung durch Stadt und Land nicht zu stemmen. Hier sehen wir das Land in der Pflicht, seinen Finanzierungsanteil künftig deutlich zu erhöhen.
SPD: Faire Bedingungen müssen für alle Kultureinrichtungen gelten. Volkshochschule und Musik- & Kunstschule leisten unverzichtbare Bildungsarbeit und sollen weiter verlässlich finanziert werden; zugleich setzen wir uns für eine stärkere Landesbeteiligung ein. Die freie Szene ist ein zentraler Teil unserer Kulturlandschaft, keine Bittstellerin. Für ihre Unterstützung haben wir im Haushalt gekämpft und tun das weiter. Förderentscheidungen müssen transparent und nachvollziehbar sein – dafür steht die Juryempfehlung. Ziel bleibt eine gerechte, partnerschaftliche Kulturförderung.
GRÜNE: Wir wollen die strukturelle Benachteiligung der freien Szene beenden. Gute Kulturarbeit braucht verlässliche Finanzierung – auch steigende Kosten, etwa durch Mindestlohnerhöhungen, müssen bei der städtischen Förderung berücksichtigt werden.
Eine Dankbarkeitspflicht gegenüber der freien Szene sehen wir ausdrücklich nicht. Im Gegenteil: Wir sind dankbar für ihr Engagement und ihre Arbeit. Die freie Szene ist in vielerlei Hinsicht ein wichtiger Standortfaktor für Wiesbaden – sie schafft lebendige Räume, zieht Fachkräfte, Studierende und Tourist*innen an und stärkt die demokratische Stadtgesellschaft.
FDP: Siehe oben: Wir haben in den letzten Haushaltsberatungen massiv eingefordert, dass zuerst bei üppiger ausgestatteten städtischen Kulturinstitutionen gespart wird, bevor die freien Kulturträger Einbußen hinnehmen müssen.
DIE LINKE: Wir setzen weiter auf die unabhängige Kulturjury und wollen die Umsetzung ihrer Vorschläge möglich machen.
Wir teilen die angesprochene Auffassung nicht.
Volt: Volt Wiesbaden setzt auf faire und transparente Förderbedingungen für alle Kultureinrichtungen, unabhängig von ihrer Rechtsform. Entscheidungsprozesse, Förderkriterien und Antragswege sollen einheitlich, nachvollziehbar und partizipativ gestaltet werden. Wir streben Gleichbehandlung, Planungssicherheit und langfristige Kooperationen an, sodass sowohl etablierte Einrichtungen als auch neue Initiativen verlässlich unterstützt werden und kulturelle Vielfalt in Wiesbaden erhalten bleibt.
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BLW: Kunst und Kultur sind Teil des öffentlichen Lebens, deren Förderung sollte zur Daseinsvorsorge des Staates bzw. in diesem Fall der Stadt gehören insofern ist Dankbarkeit hier zwar eine nette Geste aber nicht essentiell für eine Förderung.
Alle Kultureinrichtungen auch die freie Szene sollten aber auch langfristig in der Lage sein zumindest einen Teil ihrer Kosten selbst zu erwirtschaften, kostendeckend kann Kultur in Zukunft ebenso wenig sein, wie z.B. der ÖPNV, daher wird eine Förderung immer essentiell sein.
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BSW: Ob kulturelle Investitionsprojekte, Klimawandel oder freie Szene, BSW ist für mehr Bürgerbeteiligung (Einbeziehung von Ortsbeiräten, Jugendlichen in Schulen, Berufsschulen und Hochschulen). BSW ist für mehr direkte Demokratie, Evaluation und Qualitätsmanagement, mehr konkrete Zahlen, statt Wunschdenken und Ideologie.
FWG: Keine automatische Fortschreibung der Unterstützung einzelner Kultureinrichtungen im Haushalt ist angesagt. Vielmehr sollten die Bewerber für städtische Zuschüsse die sachliche Notwendigkeit ihrer Ausgaben verstärkt darlegen und überzeugend begründen. Ein in Frage kommendes Instrument im städtischen Haushalt ist ZBB (Zero Based Budgeting), das 2025 nicht erfolgreich war und deshalb es nicht installiert wurde, aber für den übernächsten Haushalt vorgesehen ist. Außerdem sind verstärkt konkrete Leistungsverträge mit den Bewerbern abzuschließen. Dies würde zu einer gerechteren Verteilung der Haushaltsmittel führen.
Vor diesem Hintergrund ist ein devotes Dankeschön nicht notwendig und nicht gewollt. Auf diese Ebene sollten die Gespräche mit der Stadt nicht durchgeführt werden. Deshalb lehnen wir auch das Anspruchsdenken im Sinne einer Vollversorgung ab.
PdF: Schlussendlich ist jede Kultureinrichtung ein spezieller Einzelfall und als solcher auch stets ausgewogen und differenziert wahrzunehmen. Daher sollte nicht nach dem „Gießkannenprinzip“ vorgegangen werden, sondern klare „Rules“ gelten. Ob jemand zu „mehr Dank“ verpflichtet sei, können wir in diesem unkonkreten Fall nicht einschätzen.
FREIE WÄHLER: Alle Kultureinrichtungen müssen unabhängig von ihrer Rechtsform gleichbehandelt werden. Die freie Szene ist ein wesentlicher Innovationsmotor. Wir lehnen die Auffassung ab, dass sie zu besonderem Dank verpflichtet sei oder einen Vollversorgeranspruch habe. Gleichzeitig erwarten wir transparente Mittelverwendung und klare Zielvereinbarungen.
11. Welche kulturellen Angebote fehlen in unserer Stadt oder sollten stärker gefördert werden?
CDU: Wir brauchen mehr Angebote für Jugendliche und junge Menschen, eine stärkere Förderung zeitgenössischer und digitaler Formate sowie zusätzliche Räume für Nachwuchskünstler. Zudem sollte die Sichtbarkeit lokaler Kulturschaffender im öffentlichen Raum weiter gestärkt werden.
AfD: Auch wenn das Kulturangebot in Wiesbaden bereits sehr vielfältig ist, wäre folgendes noch wünschenswert: Mehr Förderung für lokale Vereinskultur, Brauchtum, klassische Musik, Kinder- und Familienangebote sowie Veranstaltungen mit regionalem Bezug.
Aber prinzipiell gilt für uns: Es ist wichtiger, bestehende Angebote zu erhalten und zu finanzieren. Hier sollten die Prioritäten im Haushalt liegen. Die Aufnahme neuer Projekte in die Förderung muss hintenanstehen.
SPD: Besondere Aufmerksamkeit verdienen kulturelle Angebote für junge Menschen. Einrichtungen wie die Kreativfabrik Wiesbaden leisten hier unverzichtbare Arbeit. Daher haben wir uns zuletzt auch im Ausschuss mit dem Sanierungsstau der Kreativfabrik beschäftigt, um nach Lösungen zu suchen. Jugendkultur fördert Kreativität, Eigenverantwortung und soziale Kompetenz.
Wir wollen ihre Arbeit dauerhaft sichern und weiterentwickeln. Auch interkulturelle Formate in den Stadtteilen sollten gestärkt werden. Städtepartnerschaften bieten zusätzliche Chancen für kulturellen Austausch. Neue Formate und innovative Projekte sollen gezielt unterstützt werden. Wichtig ist, dass Kultur für alle Altersgruppen zugänglich bleibt. Wiesbaden soll eine Stadt bleiben, in der kulturelle Vielfalt selbstverständlich ist.
GRÜNE: Wiesbaden braucht mehr Raum für kreative Experimente und mehr Offenheit für die Nachtökonomie. Wir wollen die Innenstadt und ihre Plätze beleben und die Kultur systematisch in die Stadtentwicklung und andere Planungszusammenhänge integrieren.
Unser Ziel ist es, Kultur, Kreativwirtschaft und Handel stärker zu vernetzen. Kreativität entsteht dort, wo Menschen Visionen und Räume finden. Diese Räume wollen wir schaffen – damit Wiesbaden noch lebendiger, offener und kulturell vielfältiger wird.
FDP: Wir finden, dass Wiesbaden schon heute über eine lebendige Kulturszene verfügt.
DIE LINKE: Diese Frage kann die Politik nur sehr eingeschränkt beantworten. Es ist daher von entscheidender Bedeutung, dass die Kultur selbst laut ist und ihre Bedarfe artikuliert. Mit dem Kulturbeirat gibt es bereits eine starke Akteurin für die Interessen der Kultur. Die Linke möchte auch in Zukunft weiter vertrauensvoll mit allen Kulturschaffenden zusammenarbeiten.
Volt: Volt setzt sich dafür ein, den Zugang zu kulturellen Einrichtungen in Wiesbaden einfacher und inklusiver zu gestalten. Ein Beispiel ist die Wiesbaden-Card, die einen unkomplizierten Besuch von Bildungs und Kultureinrichtungen ermöglichen soll – ohne Diskriminierung und Barrieren.
Darüber hinaus schafft Volt durch die Sanierung der Walhalla neue Räume für die freie Kulturszene. Diese sollen gezielt für Projekte genutzt werden, die öffentliche Plätze kulturell beleben, junge Menschen einbinden und experimentelle Formate ermöglichen.
Chancen wie z.B. das Gemälde „Ophelia“ im Museum Wiesbaden wollen wir aktiver nutzen und verschiedenen Bevölkerungsgruppen das breite und vielfältige Kulturangebot der Stadt eröffnen.
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BLW: Ein vernünftiges, lebendiges Stadtmuseum, das zeigt, dass Geschichte nicht langweilig sein muss, sondern im Gegenteil, dass die Kenntnis der Geschichte interessant und wichtig ist, um die Erfahrungen und Lehren der Vergangenheit auch für Gegenwart und Zukunft nutzen zu können.
DIE PARTEI: keine Antwort erhalten
Die Gerechtigkeitspartei: keine Antwort erhalten
BSW: Das BSW verbindet die Kulturtourismusförderung mit historischer Fairness. Das kulturelle Erbe, von der Römerzeit bis zur Zeit des Herzogtums Nassau, zieht viele Touristen nach Wiesbaden und sollte auch zukünftig als Touristenmagnet und als Wiesbadener Spezialität des kulturellen Angebots stärker gefördert werden.
Die Marktkirche, die als „Wiesbadener Dom/Dom von Nassau“ angelegt und von Wiesbadener Bürgern finanziert wurde, müßte diesen Namen endlich offiziell bekommen. Außerdem sollte sie den stark gewachsenen orthodoxen Wiesbadener Gemeinden als ökumenischer Wiesbadener Dom zur Verfügung gestellt werden. Bei dieser Gelegenheit wäre es wünschenswert die Dynastie Luxemburg-Nassau für die Wiesbadener Kulturszene zu gewinnen und Städtepartnerschaft und Austauschprogramme mit Luxemburg auszubauen.
FWG: Das kulturelle Angebot für Kinder und in jedem Fall für Jugendliche ist noch ausbaufähig und sollte sich über die gesamte Stadt einschließlich der Vororte erstrecken.
Wünschenswert wäre auch, die Rahmenbedingungen für ein Multiplex-Kino mit erstklassiger Technik und Maximum 3D zu schaffen. Dies kann ein attraktiver Anziehungspunkt für das Umland sein.
PdF: Insgesamt halten wir die Stadt Wiesbaden auf dem kulturellen Sektor für gut aufgestellt. Allerdings geht immer mehr. Kulturangebote sollten immer im Fokus stehen und gerade die Innenstadt sollte durch kulturelle Angebote „belebt“, nahbar gemacht und attraktiv gestaltet werden. Dafür setzen wir uns ein.
FREIE WÄHLER: Wir sehen Potenzial im Ausbau von Jugendkulturangeboten, interkulturellen Formaten, digitaler Kunst und Medienkultur sowie niedrigschwelligen Angeboten in den Ortsbezirken. Kulturpolitik sollte stärker quartiersbezogen denken und die kulturelle Infrastruktur in allen Stadtteilen systematisch entwickeln.