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Entstehung und Geschichte

Der Magistrat Wiesbadens beschloss im Jahr 1901, ein Goldenes Buch anfertigen zu lassen. Darin sollten sich neben prominenten Gästen auch die Ehrenbürger der Kurstadt eintragen.

Gestaltung des Goldenen Buches

Nach Entwürfen des Stadtbaumeisters Felix Genzmer schufen die Wiesbadener Goldschmiede und der Buchbindermeister Petmecky das Buch und stifteten es der Stadt. Auf einem Täfelchen auf der Innenseite des 35 Kilogramm schweren Werkes sind die Namen der Spender verzeichnet. Die Vorderseite des Prachtbandes ist mit einer in Silber getriebenen Gesamtansicht Wiesbadens um die Jahrhundertwende verziert. Das Wappen der Stadt wurde oberhalb des Bildes in einem mit Helmdecke und Mauerkrone geschmückten Wappenschild eingelassen. Das damalige Wappen bestand neben den drei goldenen Lilien auf blauem Grund noch aus einem Mittelschild mit dem nassauischen Löwen. Im unteren Bereich des Deckblatts ist in einem spätgotischen Giebelfeld die Göttin der Gesundheit, Hygiea, als Symbol der Wiesbadener Heilquellen zu sehen. Auf ihrer linken und rechten Seite befinden sich jeweils in Emaille ausgeführt die Wappenschilde des Deutschen Reiches und Preußens. Umrahmt wird das Deckblatt von einer Schmuckleiste, die in stark vergoldetem Silber gehaltene Früchteranken zeigt. Die Innenseite des Buchdeckels wurde aus blauer Seide gewebt und mit goldenen Lilien bestickt.

Inhalt des Werkes

Der Inhalt des Werks beginnt mit einem Bericht über die Erbauung des neuen Rathauses, der Ausschmückung des Festsaals und der Stiftung des Goldenen Buches. Anschließend folgen die Namen der Mitglieder der damaligen Rathausschmückungs-Deputation, sowie die Namen der damaligen Volksvertreter in Magistrat und Stadtverordnetenversammlung. Nach der Auflistung der Wiesbadener Ehrenbürger beginnen die Einträge prominenter Besucher der Stadt. Der erste Namenseintrag stammt von Kaiser Wilhelm II., bei dessen Besuch am 13. Mai 1902 das Goldene Buch erstmals aufgelegt wurde. Mit König Oskar II. von Schweden und Nordwegen sowie König Christian IX. von Dänemark unterzeichneten noch im gleichen Jahr zwei weitere europäische Monarchen. Im Laufe der Jahrzehnte wurden zahlreiche prominente Gäste aus dem In- und Ausland im Festsaal des Rathauses feierlich empfangen und begrüßt. Zu den Eintragenden gehören neben Politikern, Militärs, Wissenschaftlern, Vertretern aus Wirtschaft und Technik auch Künstler, Musiker und Sportler. Darunter der Dirigent Wilhelm Furtwängler, die Präsidenten und Kanzler der Bundesrepublik Deutschland, Vertreter der Wiesbadener Partnerstädte, Karl Zuckmayer, Erich Kästner, US-Präsident John F. Kennedy, die britische Königin Elisabeth II., Michail Gorbatschow, Yasser Arafat, Thomas Gottschalk, Karl Kardinal Lehmann, der Großherzog von Luxemburg oder der in Wiesbaden geborene Formel-1-Rennfahrer Nico Rosberg.

Die meisten Einträge fanden im Festsaal des Rathauses statt. Bei größeren Empfängen und Veranstaltungen weicht man allerdings auch heute noch für die Unterzeichnung in das Kurhaus oder das Stadtschloss aus.

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