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Umwelt-Tipp April: Biodiversität im Garten

Ganz gleich, ob Sie mit Nachbarn feiern, im Schatten lesen, Kräuter ernten oder einfach einen schönen Ausblick genießen wollen: Klug geplant und vielfältig bepflanzt, schaffen Sie in Ihrem Garten einen Erlebnisraum mit erstaunlichen Qualitäten. Und Sie tragen dazu bei, die Artenvielfalt zu erhalten und die negativen Auswirkungen des Klimawandels zu dämpfen.

Ein artenreicher Garten beherbergt viele unterschiedliche Pflanzen und Tiere. Die Gärten können sehr unterschiedlich aussehen, müssen aber nicht gleich einem perfekten Naturgarten entsprechen. Stattdessen können Sie verschiedene Elemente einbauen, die die biologische Vielfalt fördern und die zur persönlichen Gartennutzung passen. Viele Dinge, die wertvoll für die Artenvielfalt sind, funktionieren auch auf kleinen Flächen, so dass sie in alle Gartentypen integriert werden können.  

Was bedeutet Biodiversität im Garten?

Biodiversität bedeutet biologische Vielfalt. Dies beinhaltet sowohl eine breite Palette unterschiedlicher, standortangepasster Pflanzenarten, als auch mannigfaltiger Lebensräume in denen viele Tierarten Nahrung, Unterschlupf und Nistmöglichkeiten finden.

Was kann ich im eigenen Garten tun?

Sie können in Ihrem Garten unterschiedliche Lebensräume schaffen. Das ist auf geräumigen Grundstücken einfacher, jedoch lassen sich auch auf kleinen Flächen bunte Gartenräume gestalten.  Die Pflanzflächen sollten nur gelegentlich und ohne Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel gepflegt werden, so bieten sie bald einen passenden Lebensraum mit entsprechendem Nahrungsangebot für Nützlinge.

Wie sollte die Pflanzenauswahl beschaffen und der Garten gestaltet sein?

  • Stauden
    Pflanzen Sie Blumenzwiebeln und Stauden, die von Frühjahr bis Herbst Insekten Nahrung bieten. Das Blütenangebot sollte von Februar, mit zum Beispiel Schneeglöckchen, Winterling und Krokussen, bis in den Spätherbst, mit Astern, Sonnenblumen, ungefüllten Dahlien oder Herbst-Anemonen reichen. Dabei sollte auch die genetische Vielfalt unter den verwendeten Pflanzen berücksichtigt werden. Beim Gemüse tragen vor allem die älteren, meist samenfesten Sorten dazu bei. Achten Sie darauf, dass Sie weitestgehend nicht gefüllt blühende Sortenauswählen. Nur sie bieten Nahrung in Form von Nektar und Pollen, aber auch Samenständen. Eine ganze Reihe von Pflanzen produzieren weder Pollen noch Nektar. Dazu zählen Gartentulpen, Gartenstiefmütterchen, Forsythien und typische Zierpflanzen mit gefüllten Blüten wie Chrysanthemen, Stockrosen, Ranunkel.

  • Einheimische Gehölze
    Exotische Gehölze wie Thuja oder Kirschlorbeer bieten Insekten kaum bis keine Nahrung. Einheimische Pflanzen wie etwa Holunder, Weißdorn, Felsenbirne, Wacholder, Wildrosen, Heckenkirsche und die früh blühende Haselnuss aber auch Pflücksträucher wie Brombeere oder Stachelbeere bieten geflügelten und gefiederten Tieren einen reich gedeckten Tisch. Der Vorteil: Einheimische Gewächse sind in der Regel robuster gegen Schädlinge, widrige Wetterverhältnisse und meist winterhart.

  • Gartengestaltung
    Vor allem gilt es, Lebensräume zu schaffen!

    Pflanzinseln in passenden Pflanzenzusammensetzung lassen sich zum Beispiel durch Hecken und davor angelegte Pflanzsäumen realisieren. Hier eignen sich um Zwiebelblumen ergänzte Staudenbeete und extensiv gepflegte Wiesenflächen.

    Ein Baum sollte in keinem Garten fehlen, in kleineren Gartenflächen und in Vorgärten können Sie kleiner wachsende oder säulenförmige Bäume und verschiedene Sträucher pflanzen.

    Steine lassen sich auf vielfältige Weise für die Gartengestaltung einsetzen. Trockenmauern ziehen zugleich wärmeliebende Tiere, wie die Große Wollbiene oder Mörtelbiene an. Aber auch Eidechsen und Blindschleichen sonnen sich auf ihnen, Igel und Kröten finden hier ein Winterquartier. Wer weniger Platz hat, kann einen kleinen Steinhaufen anlegen. Auch hier finden Tiere einen Unterschlupf.

    Eine Wasserstelle ist ein weiteres wertvolles Element im Garten. Vögel und Insekten und viele Kleintiere können dort ihren Durst, zum Beispiel an einem Miniteich stillen.

    Mit richtiger Vorbereitung können Sie auch auf kleinen Gartengrundstücken eine Wildblumenwiese als Bienenweide anlegen. Regionale Samenmischungen von Wildpflanzen gibt es im Fachhandel zu kaufen (Anleitung und Bezugsquellen siehe unten).

    Ein sogenanntes "wildes" Eck, an einem unscheinbaren Platz, bietet vielen Tieren einen zusätzlichen Lebensraum. Dazu gehört auch, den Garten im Oktober nicht "clean" zu machen. Schneiden Sie Gräser und Staudenstängel mit Samenständen nicht ab, denn diese dienen Tieren als Futter und Überwinterungsmöglichkeit. Entsorgen Sie Laub nicht in der Biotonne, sondern streuen Sie es zwischen Staudenlücken, unter Hecken oder über Reisighaufen, so schützt es den Boden und bietet kleinen Tieren als Versteck.

  • Natürlicher Pflanzenschutz statt Chemie bei Schädlingen
    Manche Insekten gelten als sogenannte "Schadinsekten". Blatt- und Schildläuse gehören dazu, Weiße Fliegen, Thripse, Dickmaulrüssler und Kartoffelkäfer, aber auch einige Raupenarten, wie etwa der Frostspanner, die Apfel-Gespinstmotte und der Apfelwickler. Statt Pestizide zu sprühen, können Sie die Schädlinge auf natürliche Weise mit biologischen Hilfsmitteln, wie Seife, Kaffee, Pflanzenöl oder Brennnesseljauche in Schach halten. In einem naturnahen Garten können Sie die Bekämpfung auch den natürlichen Fressfeinden der Schädlinge, wie zum Beispiel Ohrwürmer, Schlupfwespen, Marienkäfer oder Wanzen überlassen.

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