Drittes Quartiershaus eröffnet: Wiesbadener Modell kommt in Stadtteilen an
Mit der Eröffnung des Quartiershauses Klarenthal Nord am Donnerstag, 2. Juli, ist das Wiesbadener Modell #Quartiershäuser einen wichtigen Schritt weiter. Nach dem Start im Dichterviertel/Rheingauviertel und im Schelmengraben ist Klarenthal Nord der dritte Pilotstandort, der in diesem Jahr eröffnet wurde. Der vierte Standort am Gräselberg befindet sich in Vorbereitung.
Die Quartiershäuser sollen Beratung, Begegnung, Pflege, Teilhabe und nachbarschaftliche Unterstützung im Stadtteil besser miteinander verbinden. Sie richten sich insbesondere an ältere Menschen, Menschen mit Unterstützungs- oder Pflegebedarf, Angehörige sowie Nachbarinnen und Nachbarn, die sich informieren, austauschen oder engagieren möchten.
„Mit dem dritten eröffneten Quartiershaus wird sichtbar, dass wir konkrete Antworten auf den demografischen Wandel in den Stadtteilen schaffen – und nicht nur auf dem Papier“, sagt Sozialdezernentin Dr. Patricia Becher. „Viele Menschen möchten auch im Alter in ihrer vertrauten Wohnung und ihrem gewohnten Umfeld bleiben. Dafür brauchen sie erreichbare Orte, verlässliche Ansprechpersonen und Angebote, die gut aufeinander abgestimmt sind.“
In Klarenthal Nord liegt der Schwerpunkt zum Start auf Begegnung, Information, Beteiligung und Angeboten rund um das Älterwerden. Bei der Eröffnung stellten sich unter anderem die Johanniter, die Beratungsstelle Selbständiges Leben im Alter, das Volksbildungswerk Klarenthal (VBW) mit seinen Kurs- und Bildungsangeboten, Digital im Alter (Di@-Lotsen), der Sozialverband VdK Hessen-Thüringen (VdK), die Stricklieseln sowie weitere Akteurinnen und Akteure aus dem Quartier vor. Eine Wünsche- und Ideenwand gab Bewohnerinnen und Bewohnern sowie interessierten älteren Menschen die Möglichkeit, eigene Anregungen einzubringen. Das Quartiershaus Klarenthal Nord entsteht in Zusammenarbeit der Landeshauptstadt Wiesbaden mit der Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte, Wohnstadt (NHW). Die NHW bringt sich als Wohnungsunternehmen ein, das VBW übernimmt mit seiner Erfahrung in Bildung, Begegnung und Gemeinwesenarbeit einen wichtigen sozialen Baustein. Die Johanniter sind unter anderem mit einem Mittagstisch beteiligt. Der Pflegebaustein befindet sich aktuell noch im Aufbau.
„Ein Quartiershaus muss aus dem Stadtteil heraus wachsen“, betont Dr. Becher. „Deshalb ist die Beteiligung der Menschen vor Ort so wichtig. Die Rückmeldungen zeigen, welche Unterstützung gebraucht wird, welche Angebote fehlen und wie das Quartiershaus im Alltag konkret helfen kann.“
Was die Bündelung der Angebote bedeutet, zeigt sich ganz praktisch: Ältere Menschen oder ihre Angehörigen sollen bei Fragen zu Pflege, Alltagshilfen, Beratung, Einsamkeit, digitalen Anwendungen oder Begegnungsangeboten nicht mühsam herausfinden müssen, welche Stelle zuständig ist. Im Quartiershaus finden sie eine erste niedrigschwellige Anlaufstelle. Von dort aus können passende Angebote vermittelt und die beteiligten Partnerinnen und Partner gezielt miteinander verknüpft werden – etwa Beratungsstellen, Pflegedienste, Mittagstische, Bildungsangebote, digitale Unterstützung oder nachbarschaftliche Hilfen.
Auch an den beiden bereits gestarteten Standorten zeigt sich, dass das Modell gut anläuft. Im Dichterviertel/Rheingauviertel wurde gemeinsam mit der Wiesbadener Wohnbaugesellschaft (GWW) ein Quartiershaus in der Wolfram-von-Eschenbach-Straße aufgebaut. Dort stehen offene Altenarbeit, digitale Teilhabe, Beratung, nachbarschaftliche Unterstützung und die Anbindung pflegerischer Angebote im Mittelpunkt. Beteiligt sind unter anderem Treffpunkt aktiv (Offene Altenarbeit der Stadt Wiesbaden), die Beratungsstellen für selbstständiges Leben im Alter, Leben und Wohnen im Alter (LuWiA), die Johanniter und für die pflegerischen Angebote der Pflegedienst Robins Care. Außerdem bringen sich dort schon jetzt ehrenamtliche Akteure wie Engagement-Lotsen und Di@-Lotsen ein.
Im Schelmengraben arbeiten unter anderem die Wohnungsgesellschaft Hessen (GWH), die Stadtentwicklungsgesellschaft Wiesbaden (SEG), die BauHaus Werkstätten Wiesbaden (BauHaus), die Caritas Altenwohn- und Pflegegesellschaft (CAP) und die Johanniter zusammen. Dort werden soziale Arbeit, Beratung, Pflegebausteine, Mittagstisch und Begegnungsangebote verknüpft. Gerade niedrigschwellige Angebote wie der Mittagstisch können Kontakte stärken, Informationen weitergeben und Unterstützungsbedarf früher sichtbar machen.
„Jeder Standort hat eigene Voraussetzungen und eigene Bedarfe. Genau darin liegt die Stärke des Modells“, sagt Dr. Becher. „Es geht nicht darum, überall das Gleiche anzubieten. Entscheidend ist, dass vor Ort die richtigen Partnerinnen und Partner zusammenarbeiten und die Angebote zu den Menschen im Stadtteil passen.“
Grundlage des Projekts ist ein Stadtverordnetenbeschluss aus dem Mai 2023. In den vergangenen zwei Jahren wurden durch das eigens geschaffene Team #Quartiershäuser im Amt für Soziale Arbeit gemeinsam mit Wohnungsbaugesellschaften, sozialen Trägern, Pflegediensten und weiteren Beteiligten geeignete Standorte identifiziert, Bedarfe analysiert und Kooperationsstrukturen aufgebaut. Mit der Unterzeichnung der gemeinsamen Absichtserklärung am 27. Februar 2026 wurde die Umsetzung mit den beteiligten Wohnungsbaugesellschaften weiter konkretisiert und verbindlicher auf den Weg gebracht.
Die bisherigen Schritte zeigen, warum es wichtig ist, das Modell fortzuführen. Die Zahl älterer Menschen wächst, familiäre Unterstützungsnetzwerke verändern sich, Pflege- und Beratungsbedarfe nehmen zu. Gleichzeitig möchten viele Menschen auch bei Unterstützungsbedarf in ihrem Zuhause bleiben. Die Quartiershäuser setzen hier an: Sie machen Angebote sichtbarer, schaffen Orientierung und stärken Nachbarschaften. Während der dreijährigen Pilotphase werden die Standorte gemeinsam mit den beteiligten Partnerinnen und Partnern evaluiert. Die Ergebnisse sollen Grundlage für eine mögliche Ausweitung des Modells sein. Weitere Informationen stehen unter wiesbaden.de/leben-in-wiesbaden/gesellschaft-soziales/sozialplanung/quartiershaeuser (Öffnet in einem neuen Tab) zur Verfügung.
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Herausgeber dieser Pressemitteilung ist das Pressereferat der Landeshauptstadt Wiesbaden, Schlossplatz 6, 65183 Wiesbaden, pressereferatwiesbadende. Bürgerinnen und Bürger können sich bei Fragen an das zuständige Dezernat oder Amt wenden.
