Aktionstag „Frauen fahren Bus“: Jobcenter bringen Frauen ans Steuer
Beim Aktionstag „Frauen fahren Bus“ am Donnerstag, 24. September, haben die drei kommunalen Jobcenter Wiesbaden, Kreis Groß-Gerau und Rheingau-Taunus-Kreis rund 20 Frauen mit ESWE Verkehr zusammengebracht. Die Ziele waren, neue Berufe sichtbar zu machen, regionale Arbeitgeber mit Fachkräften zu versorgen, und vor allem Frauen (zurück) in die Beschäftigung zu bringen.
Sylia Niebling-Metzger, Recruiterin von ESWE Verkehr, nahm eine Gruppe von Frauen mit in die Ausbildung und den Arbeitsalltag als Busfahrerin. Einen Vormittag lang ging es in Wiesbaden um Bustypen, Führerscheinklassen, Verkehrsschilderwissen, Staukompetenz, Deeskalationsstrategien und Pünktlichkeit.
Für den Aktionstag hatten die drei Jobcenter rund 20 Frauen zusammengebracht, die mit Unterstützung ihrer jeweiligen Jobcenter gerade dabei sind, beruflich (wieder) Fuß zu fassen. Bei unterschiedlichsten Voraussetzungen der Teilnehmerinnen ging es in Wiesbaden nicht darum, dass alle sofort die siebenmonatige Ausbildung zur Busfahrerin beginnen. Der Aktionstag wollte vielmehr in einem Arbeitsbereich Perspektiven aufzeigen, an den viele Frauen zunächst nicht denken.
Im Rahmen der Europäischen Mobilitätswoche beteiligen sich die Jobcenter bundesweit an der Aktion „Frauen fahren Bus“. „Als langjähriger Partner der Stadt war ESWE Verkehr für die gemeinsame Aktion in Wiesbaden ein naheliegender Kooperationspartner. Aufgrund des gemeinsamen Einzugsgebiets und der bereits bestehenden guten Zusammenarbeit haben sich die Jobcenter Wiesbaden, Kreis Groß-Gerau und Rheingau-Taunus-Kreis für die Umsetzung zusammengeschlossen“, sagt Yilmaz Yüksel, Leiter des Perspektiventeams und Arbeitgeberservice des Kommunalen Jobcenters Wiesbaden. „Nachdem wir bereits verschiedene Formate zur Fachkräftegewinnung gemeinsam mit Unternehmen aus Wiesbaden und der Region umgesetzt haben, war es uns wichtig, mit dieser Aktion ganz gezielt Frauen anzusprechen und ihnen konkrete berufliche Perspektiven in diesem Bereich aufzuzeigen.“
„750 Mitarbeitende fahren bei uns Busse“, sagt Niebling-Metzger. „50 davon sind Frauen – damit liegen wir bereits über der Quote, die viele andere Betriebe in unserer Branche haben.“ Die Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Arbeit in Hessen bezifferte den Frauenanteil in der Berufsgruppe Führung von Fahrzeug- und Transportgeräten zuletzt mit 4,9 Prozent.
Auch wenn die Frauenquote bei Busfahrern besonders niedrig ist: Die Herausforderung, gerade Frauen und Arbeitgeber zusammenzubringen, um dem Arbeits- und Fachkräftemangel zu begegnen, stellt sich branchenübergreifend. „Frauen gezielt beim Zugang zum Arbeitsmarkt zu unterstützen, ist angesichts der aktuellen Herausforderungen wichtiger denn je, deshalb setzen wir im Jobcenter immer auf passgenaue Angebote und persönliche Beratung. Dabei nehmen wir auch die individuellen Rahmenbedingungen in den Blick – insbesondere die Frage, wie sich Familie und Beruf gut miteinander vereinbaren lassen,“ betont Sozialdezernent Andreas Kowol.
Die Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt, Mareike Mauer, berät Frauen mit regelmäßigen Angeboten aus dem Jobcenter heraus und stand den Teilnehmerinnen auch rund um „Frauen fahren Bus“ beratend zur Seite.
Am Ende des Aktionstags wurden mehrere Lebensläufe übergeben. „Da waren einige gute Bewerbungen dabei“, fasst Niebling-Metzger zusammen. Andere Teilnehmerinnen gingen mit konkreten Hinweisen nach Hause: welches Sprachzertifikat noch fehlt, oder ob die Dienstzeiten und Schichtmodelle mit der persönlichen Situation vereinbar sind. Gemeinsam mit dem Jobcenter können nun die individuellen Möglichkeiten geprüft werden. Das Ziel bleibt dabei klar: eine tragfähige berufliche Perspektive zu entwickeln und den Weg aus dem SGB II zu schaffen. Eine Tätigkeit als Busfahrerin kann hierfür eine interessante Chance bieten.
Herausgeber dieser Pressemitteilung ist das Pressereferat der Landeshauptstadt Wiesbaden, Schlossplatz 6, 65183 Wiesbaden, pressereferatwiesbadende. Bürgerinnen und Bürger können sich bei Fragen an das zuständige Dezernat oder Amt wenden.