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Leben in Wiesbaden

Frühlingssonne lässt Wildbienen schlüpfen

Kaum spüren wir die ersten warmen Sonnenstrahlen, klingelt beim Imkerverein Wiesbaden wieder laufend das Telefon. Eine ganze Reihe von besorgten Bürgerinnen und Bürgern, melden "Bienenschwärme". Dabei handelt es sich um den Frühjahrschlupf von Wildbienen, die vollkommen harmlos und schützenswert sind.

Die ersten warmen Frühlingssonnenstrahlen locken nicht nur scharenweise die Menschen aus den Häusern, sondern auch viele Wildbienen. Besonders in der Mittagszeit summen auf Balkonen und Gärten die kleinen Bestäuber in mehr oder weniger großen Gruppen. Für manche Betrachter entsteht der Eindruck, einen Bienenschwarm zu sehen und fürchtet, gestochen zu werden.

Wildbienen leben alleine oder in kleinen Kolonien. Sie müssen keinen Honigvorrat und große Brutflächen verteidigen. Zwar besitzen sie einen Stachel, der aber ist zu weich, um die menschliche Haut zu durchdringen und sind deshalb vollkommen harmlos.

Im Moment schlüpfen vor allem Mauerbienen. Diese sind in der Wahl der Nistmöglichkeiten sehr flexibel: Insektenfraßgänge in Holz, Löcher in Lehmwänden, Ritzen von Fensterrahmen oder Türschlösser werden gerne genutzt, um die Kinderstube einzurichten. Auch in einem Gartenschlauch, einer Patronenhülse oder in einer Flöte wurden schon Mauerbienenkindestuben gefunden.

Die meisten Wildbienen nisten in der Erde

Deshalb bekommen gibt es in jedem Frühjahr Anrufe beim Imkerverein von Kindergärten oder von besorgten Eltern, weil in den Sandkästen oder im Garten Bienenansammlungen zu sehen sind. Da Wildbienen geschützt sind, dürfen die Nester auch nicht entfernt werden. Es genügt, wenn man den Bereich absperrt und wartet, denn nach ein paar Tagen ist der Spuk wieder vorbei.

Was oft als "Bienenschwarm" gesehen wird, sind in dieser Jahreszeit männliche Mauer- oder Sandbienen. Sie schlüpfen nach dem langen, kalten Winter zuerst. Ihre ganze Aufmerksamkeit gilt den ein paar Tage später ausfliegenden Wildbienenjungfrauen, denn die Männchen haben nur eines im Sinn: Die Weibchen zu begatten. Um keine der begehrten Bräute zu verpassen, fliegen sie vor den Nestern hin und her. Ein Schauspiel, das nur ein paar Tage dauert, denn die Männchen sterben bald, die Weibchen nach vier bis sechs Wochen.

In Deutschland gibt es rund 560 Wildbienenarten

Rund die Hälfte davon ist akut vom Aussterben gefährdet. Da sie nur einen sehr kleinen Aktionsradius von wenigen hundert Metern haben, finden sie in unserer dicht besiedelten und intensiv genutzten Region kaum noch Nahrung und Nistmöglichkeiten.

Wer Wildbienen helfen will, muss nicht Imker sein: Es genügt im Garten, auf dem Balkon oder der Terrasse nektar- und pollenbietende Pflanzen zu pflegen. Statt Geranien, die für die meisten Insekten vollkommen wertlos sind, bieten sich mediterrane Kräuter oder bienenfreundliche Blumen an. Die Gärtnereien bieten eine große Auswahl geeigneter Pflanzen an. Der Imkerverein Wiesbaden berät gerne bei der Auswahl.

Über den Imkerverein

Der Imkerverein Wiesbaden hat mehr als 300 Mitglieder. Sie pflegen im Stadtgebiet Wiesbaden rund 1300 Bienenvölker. Diese sichern die Bestäubung der heimischen Pflanzenwelt, denn etwa 80 Prozent aller Nutzpflanzen sind auf die Bestäubung durch Bienen und Insekten angewiesen.

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