Kolumne im Mai 2026
Die Internationalen Maifestspiele feiern ihr 130-jahriges Bestehen
Liebe Wiesbadenerinnen und Wiesbadener,
das Hessische Staatstheater Wiesbaden präsentiert im Rahmen der Internationalen Maifestspiele vom 1. bis 31. Mai wieder ein vielfältiges Programm für Jung und Alt. Mit 270 Künstlerinnen und Künstlern aus 28 Ländern feiert das Festival im Hessischen Staatstheater Wiesbaden sein 130-jähriges Bestehen.
Ich freue mich im Namen der Landeshauptstadt Wiesbaden – aber auch ganz persönlich - sehr, dass wieder Künstlerinnen und Künstler aus den Sparten Oper, Konzert, Schauspiel, Tanz, Regie und Performance aus aller Welt zu Gast in unserer Stadt sind.
Das Festival steht unter dem Motto des Archivs - als Ort des Bewahrens, Erinnerns und Weiterdenkens. Ein Archiv, das Identität stiftet und sich zugleich ständig wandelt. In ihrer langen Geschichte waren die Internationalen Maifestspiele immer ein Anlass für die Wiesbadenerinnen und Wiesbadener, internationale Gäste, Tradition und Gegenwart zusammenzubringen. Hier werden die großen Werke der Geschichte und neueste Interpretationen durch wichtige Künstlerinnen und Künstler unserer Zeit versammelt. Dadurch funktioniert das Festival selbst wie belebte Chronik des Theaters, die in vielen Begegnungen fortgesetzt wird. Eröffnet werden die diesjährigen Maifestspiele mit Richard Wagners „Tristan und Isolde“.
Mit den kostenlosen "Maifestspielen für alle" am Freitag, 1. Mai, gibt es Oper live und open air auf dem Warmen Damm: Die großen Stars kostenlos für alle, die bei den vollen fünf Stunden Wagnererlebnis dabei sein oder aber nur einmal kurz in die rauschhafte Musik hineinhören wollen. Wer neu in der Welt der Oper ist, kann von "wandelnden Archiven" – Expertinnen und Experten zu Themen der Oper – Spannendes über Wagners Meisterwerk erfahren.
Maifestspiele für alle Kinder und Familien gibt es am Samstag, 2. Mai, mit einem Familienfest voller Theaterüberraschungen, dessen zauberhaften Ausklang am Abend eine musikalische Prozession von sieben gigantischen Giraffen durch die Wiesbadener Innenstadt gestalten wird.
Die Maifestspiele, die 1896 erstmals stattfanden, haben eine wechselvolle Geschichte. Sie gelten nach den Bayreuther Wagnerfestspielen (seit 1876) als zweitälteste Festspiele Deutschlands. Ihr Programm umfasste damals unter anderem Oper, Schauspiel, Konzerte und Ballett. Eine Konstante bilden besondere Eigenproduktionen zur Eröffnung der Festspiele. Die Maifestspiele standen bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges ganz im Zeichen der Repräsentation mit Blick auf den häufig in Wiesbaden weilenden Kaiser und ein internationales Publikum. Fast 100 Theateraufführungen sah Wilhelm II. während seiner Aufenthalte in der Stadt. Um die Maifestspiele nach dem Zweiten Weltkrieg wiederzubeleben, bedurfte es eines neuen Ansatzes und eines hohen gesellschaftlichen und politischen Engagements. Der damalige Oberbürgermeister Hans Heinrich Redlhammer und der Kämmerer Heinrich Roos fanden im Generalintendanten Heinrich Köhler-Helffrich einen künstlerischen Leiter, der mit der Einladung von Ensembles aus aller Welt die „Internationalen Maifestspiele Wiesbaden“ begründete. Viele Opernensembles gaben in Wiesbaden ihr gefeiertes Nachkriegsdebüt.
Mein herzlicher Dank gilt den Intendantinnen Dorothea Hartmann und Beate Heine sowie allen Mitwirkenden vor und hinter den Kulissen. Sie alle garantieren ein Programm auf höchstem künstlerischem Niveau und mit internationaler Vielfalt. In meinen Dank schließe ich auch die Mitglieder des Förderkreises Internationale Maifestspiele und die zahlreichen Sponsoren ein, ohne die dieses Festival nicht durchführbar wäre.
Uns allen wünsche ich einen wundervollen und spannenden Festspielmonat, allen Zuschauerinnen und Zuschauer einen angenehmen Aufenthalt in unserer Stadt sowie viele bezaubernde Stunden und unvergessliche Momente im Staatstheater Wiesbaden. Genießen Sie die Internationalen Maifestspiele!
Herzlichst
Gert-Uwe Mende
Oberbürgermeister
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